Druckschrift 
5 (1802)
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

7

warm, so wurden die Wände derselben dochmit einer glänzenden Erde, mit Ocker, über-strichen. Gegen die Kälte des Winters schütz-te eine Höhle, oder eine in die Erde gebauteHütte, welche durch Mist verrammelt war.Die Bewohner dieser Hütten verzehrten ihrfrisches Wildprct, ihr wildes Obst, ihrenBrey von Hafermehl, und ihren Käse miteinem Appetit, um welchen sie die schwelge-rischen Römer beneideten. Sie tranken Biervon Gerste und Weihen, und sie tranken esim Uebermaße. Kann man es aber, so wiedie Römer, wunderbar finden, daß Leute,die sich gleich früh in kaltem Wasser badeten,und sodann den ganzen Tag in den Wäldernherumschwcifken, recht viel aßen und tran-ken? Mit vollem Magen warfen sie sich aufeine Bärenhaut, wo sie ein erquickenderSchlaf nicht lange warten ließ. Män-ner und Weiber, Jünglinge und Mädchen,badeten sich in einerley Wasser, ohne daßder Trieb zur Wollust in ihnen rege wurde.Dieser erwachte bey der Jugend des damah-ligen Deutschlands, auf welche keine schlüpfri-ge Romane, Bilder und Reden wirkten, nurerst spät. Der Deutsche begnügte sich mei-stens