276
bare Ausschweifungen erklarte. Sie dauertenaber dennoch immer fort, und Leopold, mitdem ohnmachtigen Zustande des Kurfürstenvon Bayern noch nicht zufrieden, trieb seineBegierde, Rache an ihm auszuüben, so weit,daß er ihn ganz zu unterdrücken, daß er ihn(1705 Jan.) in die Neichsacht zu erklarenbeschloß. Als er sich mit diesem Gedankenbeschafftigte, überraschte ihn (1705 am 5WNMay) am Ende seines Szsten Lebensjahres,der Tod, eine Folge der Brustwassersucht,deren Wirkung noch durch ein bösartiges Fie-ber verstärkt wurde.
Wenn der an sich selbst gutmüthige Leo-pold I den Gefühlen seines Herzens oft zuwenig folgte, so war dieß ein Fehler desVerstandes, so war dieß eine Folge des all-zugroßen Zutrauens, welches er denHvfgeist-lichen, dem Jesuiten Marcgatti, und den ih-nen ergebenen Ministern, schenkte. Daherzeigte er für die Religion eine so ausseror-dentliche Ehrfurcht; daher bewies er aberauch gegen diejenigen, welche vom katholischenGlauben abgiengcn, eine so unerbittliche Un-duldsamkeit; daher verzieh er die Krankung
seiner