dieser Einsamkeit über Deine Kinder zu sprechen. Ichweiß: Du läßt sie noch im protestantischen Glauben er-ziehen. Ich kenne Deine Vcrhältnff>e sehr wohl. Duhast sie mir ganz ausführlich das letzte Mal^dargelegt.
M a n n - Ich bin durch meine Verhältnisse gebunden.
P r i e st e r: Du findest in Deinen Verhältnissen frei-lich viele Entschuldigung und verdienst Nachsicht; aber inNeligiouSsacheu, welche das ewige Heil der Rinder be-treffen, können keine Entschuldigungen gelten, wie wichtigsie auch sein mögen.
Mann: Ich habe die Sache nochmals reiflich er-wogen, und denke darüber so: wenn es unabänderlichfest stände und gar keinen Zweifel zuließe, daß die Kin-der blos darum) daß sie evangelisch werden, damit auchschon ewig verdammt wären, so dürften freilich keinerleiEntschuldigungen vorgebracht werden. Denn vor diesemWichtigsten müßte alles Andere weichen. Ich wäre be-rufen mein väterliches Recht unnachsichtig geltend zu ma-chen, und lieber Gut und Ehre und Freundschaft zu vcr-, liercn. Gott würde mir helfen. Aber so steht die Sachedoch nicht.
Priester: Allerdings steht die Sache so.
Mann: Ich sehe, daß bei den Evangelischen dieReligion nicht versäumt wird. Ich selbst werde daraufachten und Alles anwenden, daß meine Kinder in reli-giösen Dingen nicht wild und unwissend aufwachsen.Die Religion ist mir selbst wahrhaftige Herzenssache.Sie verleibt mir die herrlichsten Güter und ewigen Trost.Wenn ich nun aber bedenke: was es denn in meinem^ katholischen Glauben ist, was mir Trost gibt und Selig-keit gewährt, so finde ich, daß dies die Evangelischenauch haben, daß sie gerade darauf ein besonderes Gewichtlegen, ja dies ausschließlich betreiben; während wir nochso vieles Andere dabei haben, welches Alles gut ist: einerhabener Gottesdienst, die Gemeinschaft unzähliger Heiligen, die große Einheit der gcsammten Kirche, die vonAnfang an fortgehende Tradition u. s. w. Das Alles. ist gut, aber gerade dies kann mich doch nicht selig