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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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Entsprechend ihrer Stellung im kaufmännischen Leben der Stadtwar sie an den derzeitig wichtigsten Zweigen des Handelsverkehrs dieserin umfangreichster Weise beteiligt, zumal sie sich in ihrem Geschäftskreiskeineswegs auf das reine Bankgeschäft beschränkte, sondern, wie bereitserwähnt, auch noch Speditions- und Kommissions-Geschäfte sowie Waren-handel en gros betrieb.

Bleiben wir zunächst bei denjenigen Handelsartikeln stehen, diedas Land selbst produzierte, und die zugleich, wie Zimmermann (1794)')sich ausdrückt,in Breslau das meiste Verkehr ausmachen, so sind inÜbereinstimmung mit Johann Wolfgangs Handelsbericht von 1807 in ersterLinie Tuch- und wollene Waren zu nennen. Denn die schlesische Tuch-fabrikation, die immer ein Lieblingskind Friedrichs des Großen gewesenwar, hatte sich inzwischen zum Lohn für seine vielfachen Bemühungenzu einer der ersten Industrien des Landes emporgearbeitet und machtebereits der Leinwand-Industrie den Rang, die bedeutendste zu sein, mitentschiedenem Erfolge streitig, da diese ihrerseits schon stark im Rück-gang befindlich war. Der Firma selbst war dieses Handelsgebiet, wiewir früher schon gehört haben, nicht fremd. Mit der Zeit hatte sich hierallmählich mit den Fabrikanten derselbe Geschäftsverkehr wie in derLeinenbranche entwickelt. Auch diese erhielten zum Einkauf von Roh-produkten und für ihre weiteren Betriebskosten von Eichborn & CoVorschüsse. Die fertigen Produkte wurden dann aber nicht, wie es mitder Leinwand geschah, ins Ausland gesandt, sondern meist bei der Firmaeingelagert, die sie verkaufte, zu Lieferungen für die Armee verwandte,oder an Konsortien begab, die den Export nach Rußland, China undAmerika riskierten 1 2 ). An diesen letzteren Geschäften, auf die wir nochzu sprechen kommen werden, waren späterhin neben der Firma wiederholtdie Seehandlung, ferner Baur in Altona, S. B. Ruffer & Sohn in Liegnitzund auch Breslauer Häuser mit ansehnlichen Beträgen beteiligt.

1) A. a. O., p. 338.

2) Über Versuche (1794), den Tuchhandel nach der Levante, die bisher von Frankreichbeherrscht wurde, zu heben (Aussetzung von 10.000 Rtlr. als Prämienfond, direkte Versendungenseitens des Königs) siehe B-A, 877; über unrechtmäßigen Betrieb des Tuchhandels durch Kaufleute,die nicht im Besitz des Kammerrechtes waren, und über dieses selbst siehe B-A, 880a und 881/82.