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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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Stiftungen wie z. B. der rühmlich bekannten und noch heute äußerstsegensreich wirkenden Selenkeschen Fundation bestand 1 ).

Durch die Berufung zum Kaufmannsältesten trat Johann Friedrichnunmehr auch offiziell in die Reihe der ersten Persönlichkeiten der Stadtein, nachdem er bis dahin als Chef des ersten Breslauer Handlungshausesund in Verfolg der Traditionen seiner Vorfahren im öffentlichen Leben derStadt den Bürgerstand an hervorragender Stelle bereits privatim als Patriziervertreten hatte. Seine Präsentation zum Vertreter der Breslauer Bürgerschaft(8. Juli) sowie die Ernennung zum Commercien- und Conferenz-Rath 2 )(28. Juli), die seiner Wahl zum Kaufmannsältesten auf dem Fuße folgten,bedeuteten somit keine weiteren Auszeichnungen, sondern waren gleichsamnur die nachträglich erteilte amtliche Qualifikation zur Ausübung seinerverschiedenen Funktionen im öffentlichen Interesse. Der bei dieserGelegenheit an den Minister erstattete Bericht rühmte an ihmdie vor-zügliche Handlungskenntnis, die er sich besonders auf seinen vielen Reisenerworben habe, die erforderliche Penetration und die Gabe einer schnellenEntwickelung seiner Ideen, sowie eines deutlichen Vortrages und seinsolides Benehmen.

Johann Friedrich hätte das Amt eines Kaufmannsältesten mit allder Mühe und Arbeit, die es mit sich brachte 3 ), nicht übernommen und

P DieLegat-Kapitalien betrugen damals 84.834 Rtlr; sie waren sehr zerstückelt undunregelmäßig verliehen; Johann Friedrich machte daher bald darauf den Vorschlag, ihre Verwaltungder Armen-Verpflegungs-Kommission, der er übrigens selbst angehörte, unter Aufsicht der Kaufmanns-ältesten zu übertragen. Den letzteren unterstand außerdem auch noch die Kretschmersche Armen-Posteritäts-Kasse.

2)Das Commerz-Conferenz-Collegium, berichtet uns Zimmermann a. a. O. p. 892wird von einem Mitgliede der königlichen Cammer dirigirt, und ist aus 7 bis 8 Commercienräthen,die sämmtlich Kaufleute, theils zu Breslau, theils an andern Orten wohnhaft sind, zusammengesetzt,welche ihr Gutachten in Handelssachen geben müssen. Über die Stellung der Bürgerschafts-lepräsentanten (zwei Gelehrte, drei Kaufleute, sieben Bürger), die die Vorläufer der späteren Stadt-verordneten waren, siehe Markgraf, Finanz- und Verfassungsgeschichte Breslaus unter FriedrichWilhelm II. Zeitschr. d. V. f. G. u. A. Schl. XXVIII, p. 1 ff.

3) Gleich die zweite Hälfte der 90 er Jahre brachte eine Anzahl wichtiger kaufmännischerFragen von weitreichender Bedeutung in Fluß, die zu ihrer Erledigung viel Zeit und Müheerforderten. So sahen sich die Kaufmanns-Ältesten z. B. 1795 genötigt, gegen das Überhandnehmender Banco-Noten Abhülfe beim Minister Hoym und dem Banco-Direktorium ,in Berlin nachzusuchen.Aus der von Johann Friedrich in dieser Angelegenheit verfaßten Eingabe vom 29. August seien folgendeStellen hervorgehoben:

Der Schlesische Gebiirgs Handels Standt sowohl als die Glieder unserer Breslauer Kaufmann-schaft fordern uns auf, gemeinschaftlich auf Mittel Bedacht, zu sayn, wie dem Überfluß der Banco-Notenallhier gesteuert und dem Mangel an Silbergeldt abgeholfen werden könnte. Diese Königl. Pappiere