Druckschrift 
Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
Seite
65
Einzelbild herunterladen
 

-K 65 H

Das letzte Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts hat der Firma in ersterLinie mehrfache persönliche Veränderungen, die von größter Bedeutunggewesen sind, gebracht. Gleich zu Beginn desselben am 31. Juli 1790ist Daumüller in seinem neunundfünfzigsten Jahre an einer Entzündunggestorben, sodaß die Last des ganzen Geschäftes mit den mannigfachenReisen, welche die ausgedehnten Beziehungen der Firma erforderten, nun-mehr auf Johann Friedrich allein überging. Als er am 10. März 1792vom Minister Hoym für eine erledigte Ratmannsstelle ausersehen wurde,mußte er daher auch die ihm zugedachte Ehre wegen Überbürdung ab-lehnen. Dagegen ist er am 7. Mai 1795 der vertrauensvollen einstimmigenBerufung seitens seiner Standesgenossen, deren Rechnungen er jahrzehnte-lang geprüft, und seitens des Magistrats zum Kaufmannsältesten gefolgtund hat damit einen Ehrenposten angetreten, den seitdem alle Firmenin-haber bekleidet haben bezw. noch bekleiden.

Der enorme Umfang und die Vielgestaltigkeit sowie auch große Ver-antwortlichkeit der Aufgaben, die in dieser Stellung an ihn herantraten, istmit einem Wort gekennzeichnet, wenn wir daran erinnern, daß in denHänden der Kaufmannsältesten, deren Zahl deswegen damals endgültig aufdrei erhöht wurde, zu dieser Zeit noch die Vertretung der Interessen desganzen Kaufmanns- und Handelsstandes lag. Verknüpft hiermit war dieDirektion der Breslauer Zucker-Raffinerie und der Stahlfabrik zu Königshuldsowie das Assessorat bei dem Judenamt und vor allem die außerordentlichmühsame Verwaltung des Vereinsvermögens des Collegii Mercatorum (jetztVereins christlicher Kaufleute), welches hauptsächlich aus wohltätigen

8, Sollte dem Magistrat von der Königl. Cammer zugemutet werden, Ausgaben zu übernehmenwelche nicht vor die Caemmerey gehören, so kan sich Magistratus gleich an Ihro Königl.Majestaedt verwenden.

9, Soll Magistratus gleich an Ihro Königl. Majestaedt alle Jahre von der Cämmerey Berichtabstatten, ob bemelte Cämmerey verbessert worden ist.

10, Soll zwischen der Stadt Breslau und Militaeur gränzen gesetzt werden.

Der Bericht der Deputation schließt mit den Worten:Den 9t?" Februar hatten wirBreslauer Deputirte eine hohe Cabinets Ordre von Ihro Majestaedt erhalten, um 10 Uhr Frühbey Seiner Majestaedt in Person zu erscheinen, wir auch die hohe Genade erlangten mit IhroMajestaedt mündlich zu sprechen. Wie auch uns ergebenst für die vor Breslau ertheilte hoheu. Gnädige Bewilligung und Hülfe bedankten. Worauf Seiner Königl. Majestaedt Antwort war,habe euch alles zu bewilligen geruht: Haltet aber Gute Wirthschaft.

o