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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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Stadt wie der ganzen Provinz ist so vielfachem Wechsel unterworfen undvor allem ihre gesamte Handelstätigkeit mit der Zeit immer mehr eingeengtund zersplittert worden, daß die Basis für die ruhige Fortentwickelungund den sicheren Bestand größerer Firmen und Handelshäuser und damitbedeutender Stadtfamilien nicht mehr gegeben war, und sich solche für-der weder ausbilden noch dauernd haben befestigen können. Als fasteinzige und daher um so beachtenswertere Ausnahme entwickelt sich vondiesen Tagen an das von Johann Ludwig Eichborn begründete Handels-haus Eichborn & Co in aufwärtssteigender Linie und findet in demhöchst bedeutungsvollen Momente, immer und ausschließlich in derselbenFamilie zu bleiben, einen unschätzbaren inneren Halt und Wert. ImZusammenhang damit aber tritt fast notwendigerweise die mit derFirma verbundene Familie die Erbschaft jener alten, aus der Stadtgewichenen Geschlechter an; und so findet in dem Augenblicke, woJohann Ludwig Eichborn und sein 1736 bei ihm als Compagnon ein-getretener Bruder Mattheus am 12. September 1737 von Ernst FerdinandFreiherrn von Mudrach auf Rathen das alte schöneam großen Ringzwischen Daniel von Riemberg und Christoph Gottfried von Krausegelegene, stolz gegiebelte Familienhaus und Erbe desselben erwerben 1 ),nicht nur ein äußerlicher sondern auch ein innerlicher Besitzübergangstatt, jene Erbschaft wird vollzogen, und es tritt in den Kreis desBreslauer Lebens ein junges und zugleich aber doch altes Familienelementein. Denn die neue Familie bringt einen Stammbaum mit, der es anAlter mit denen der Breslauer Geschlechter vollkommen aufnimmt undsich, ohne seinen Standort zu verändern, in fast 200 jährigem Wachstumdank fleißiger, vom Vater, Sohn und Enkel gepflogener Arbeit von be-scheidenen Anfängen zu kräftiger Blüte entwickelt hat. Er wurzelt in derfreien Reichsstadt Landau und wächst mit den Stammbäumen der ehe-

P Actum in Senatu 13. November 1737. Der Kaufpreis betrug 6667 Rthlr. schles., die Hälftedesselben war den darauf folgenden Weihnachten ohne Interessen, der Rest Johannis 1738 zuzüglich6% zu bezahlen. 333 Rthlr. schles. Schlüsselgeld waren sogleich bei der Cession zu erlegen. (Bresl.Stadt Archiv Hs. G. 5. 276 fol. 380). Unter dem 30. Juni 1738 quittiert Ernst Ferdinand Freiherr vonMudrach auf Rathen etc. den Gebrüdern Johann und Mattheus Eichborn, Bürgern und Handelskonsortenüber den Rest des Kaufgeldes (ebd. Hs. G. 5. 277 fol. 84). Das Haus ist inzwischen längst abgerissenworden; der Neubau trägt heute die Nummer 15.