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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
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zu dem Ausspruche veranlaßte:Les toiles rapportent presque autant ä laSilesie que le Perou donne au roi dEspagne.

Fürwahr, glänzend und verführerisch genug erscheint das Bild derdamaligen Handelstätigkeit Breslaus, und der späte Enkel, der sich vondiesem Zeitpunkte an mit seiner Vaterstadt durch die in und mit ihr inGenerationen fortgesetzte, teilnahmsvolle Arbeit seiner Vorfahren tief ver-wachsen und verbunden fühlt, kann nur mit wehmutsvollem Zögern beiihm verweilen. Wohl aber begreift er, wie es den jugendfrischen Mann,dem es am Können wie am Wollen nicht gebrach, nach diesem Platzeziehen mußte; und doch wehte es auch schon damals herbstlich durchdie Domäne der ehedem so stolzen Stadt.

Es ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß Johann Ludwig Eichbornzu dem Zeitpunkte, als er nach Breslau kam, unter den Vertretern desdortigen Kaufmannsstandes kein einziges Glied mehr einer der wirklichalten Stadtfamilien antraf, die vordem ihr Patriziat gebildet hatten.Noch ehe der Übergang Schlesiens an Preußen die alte Handels- undSelbstherrlichkeit Breslaus mit fast einem Schlage vernichtet hat, sind ihreSöhne schon aufs Land gezogen und durch Erwerb von Gütern wiedurch den Kauf des Adelsprädikates ihrer altbürgerlichen Vergangenheitund Traditionen schnell ledig geworden 1 ). Ihr Fortgang aus der Stadtwird auch deshalb bei diesen ihren Gesinnungen kaum als ein großerVerlust von dieser empfunden worden sein, zumal noch andere Gründehierfür sprechen 2 ), wohl aber ist dadurch im öffentlichen Leben Breslauseine Lücke geschaffen worden, die sich nie wieder ganz geschlossenhat. Denn die fernere Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse der

1) «Das durch den handel erworbene vermögen hatte di folge, daß vile reiche btirger nachden in monarchischen Staaten dem adelichen titel beigelegten Vorzügen lüstern wurden und den adelund rittergüter kauften. Der hof, dem alle quellen geld zu erhalten willkommen waren, machte einenstarken absatz von adelsbrifen. Daher rtiret es, daß in Schlesien verhältnißmäßig mer verschideneadeliche Familien und namen sind als in andern provinzen. (von Kloeber a. a. O. I, p. 366 f.) Sieheauch Zimmermann a. a. O. p. 63. Dieses Drängen nach dem Adel war übrigens ein Zug der Zeit:am meisten thaten sich aber darin die in Breslau und Prag hervor. (Steinhausen, Der Kauf-mann in der deutschen Vergangenheit. Leipzig 1899).

2 ) Siehe von Kloeber a. a. O. 1 p. 366 f, Menzel, Topographische Chronik von Breslau (1806),p. 649 f. und Codex Diplomaticus Silesiae XI, Breslauer Stadtbuch, p. L. f. Am schärfsten urteilteFriedrich der Große über dasgrands seigneurs spielen der Breslauer Kaufleute ab. (Siehe Grün-hagen, Die Breslauer Krisis vom Jahre 1742, Schles. Ztg. 11. III. 1903 No. 175.)