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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
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Marperger, der als Zeitgenosse aus eigener Anschauung urteilt,vonder Weltberühmten Stadt Breßlau wohl gesagt werden / daß selbiges einensteten Jahrmarckt habe , angesehen / außer seinen ordentlichen Jahrmärckten /an Kram-Waaren/ Wolle und Leinwand täglich so/ viel Polnische undRussische / auch andere mit Kauffmannsgütern beladene Wagen / in Breßlauaus- und eingehen / daß offte auf einem großen Jahrmarckt nicht größererVerkehr in Handels-Sachen seyn kan / als es fast täglich in Breßlau ist ').Denn neben dem östlichen, russisch-polnischen Handel fand mit besondererUnterstützung der österreichischen Regierung, die mit gutem GrundeSchlesien unter den übrigen Erbländern seit jeher als den Hauptsitz descommercii betrachtet hatte, mit den letzteren auch noch ein äußerst reger,nach Süden gerichteter Handel in feinen und groben bunten Tuchen,Wachs, Juchten, Spezereien, Kram- und anderen Nürnberger Waren statt,wogegen italienische Produkte und steirische Eisenwaren (Kupferplatten),ungarische Weine, rote türkische Garne, Safian, harte Seifen, Honig unddergleichen nach Schlesien eingeführt wurden. Nach allen Himmels-gegenden aber, vorzüglich jedoch nach dem Norden über Hamburg undAmsterdam, ging jener gewaltige und berühmte, in seiner umfassendenBedeutung ganz einzigartige Garn-, Leinwand- und Schleierhandel, derauch damals noch trotz der durch die erst vor kurzem erfolgten Religions-bedrückungen seitens der österreichischen Regierung hervorgerufenen Aus-wanderung zahlreicher schlesischer Weber nach dem benachbarten Sachsengleichsam ein unantastbares Vorrecht Schlesiens bildete * 2 ) und Friedrichden Großen späterhin in seinemTestament politique vom Jahre 1752

so gut, daß die kleinen Städte darüber eifersüchtig wurden, und es sind nur wenige Beispiele zufinden, wo ein fleißiger Landwirth dahmals auf seinem Guthe nicht hätte fortkommen können. GleicheBewandniiß hatte es mit denen Städten, wo diese Frembden entweder einkehrten oder mit denen SieGeschäfte hatten. Der Kaufmann, Künstler, Professionist alles konnte auf einen Verdienst bei diesenLeuthen gewisse Rechnung machen. Und sogar der Künstler und Professionist in Pohlen hatte sichdahin eingerichtet, daß er nicht mehr selbst arbeitete, sondern einen Handelsmann vorstellte, der daswas er nötig hatte, hier einkaufte. (Unterthänigstes Pro Memoria der Breslauer Kaufmannsältesten vomJahre 1773 an den Minister von Carmer).

1) Marperger. Schlesischer Kauffmann etc. Breslau und Leipzig 1714, p. 487.

2 )Le lin fait . . . . la base de la richesse et de lindustrie silesiennes. (Mirabeau, De lamonarchie prussienne sous Frederic le Grand, London 1788, oct. tome III, p. 74) Näheres sieheZimmermann, Blüthe und Verfall des Leinengewerbes in Schlesien, Breslau 1885, p. 64 ff. Für dieBedeutung und den Umfang der damaligen Handelstätigkeit Breslaus vgl. u. a. Cauer, Zur Geschichteund Characteristik Friedrichs des Großen, 1883 p. 280 ff. (Zur Geschichte der Breslauer Messe).

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