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König Friedrich Wilhelm III : sein Leben und Wirken ; eine Schrift für das preußische Volk
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sich der stille Trauerzug, den Harrenden durch Fackelschein aus derFerne verkündet. Derselbe bewegte sich durch die immer dichterwerdenden Massen, die ihn lautlos und unbedeckten Hauptes em-pfingen, bis zu dem Gitter des Schloßgartens, wo ein zahlreichesMannerchor die Chorale »Jesus meine Zuversicht« und »Aufer-stehen, ja auferstehen« anstimmten. Won hier an hörten die Be-zeigungen öffentlicher Theilnahme auf, indem, Allerhöchster Be-stimmung gemäß, der letzte Theil dieser nachtlichen Feier, ohneStörung von außen, im engsten Kreise der Kvnigl. Familie vollzo-gen werden sollte.

Mit Friedrich Wilhelm III. schied der letzte Kurfürst, beinaheder letzte regierende Fürst des heil, römischen Reiches deutscher Na-tion ans dem Kreise der Lebenden, mit ihm trat vom irdischenSchauplatze der letzte jener drei Monarchen, deren inniger Berei-nigung und festem Ausharren nicht bloß Deutschland, sondern Eu-ropa die Erlösung vom Uebel, den unendlichen Sieg des Rechtsüber die in Buonoparte incarnkrte Revolution verdankt. Mitihm, dem letzten Repräsentanten einer ruhmvollen Vergangenheit,ist diese abgeschlossen, und eine neue Periode begann. Möge sieuns Alle stets entschlossen und bereit finden, den vorangegangenenGeschlechtern in hingebender Treue, tapferer Gesinnung und muthi-ger Ausdauer nicht nachzustehen.

Die väterliche Fürsorge, mit welcher der König seine ganzeFamilie umfaßte, erstreckte sich in gleichem Maße über alle seineUnterthanen, die er als seine Kinder betrachtete, über sein ganzesLand, das er stets zu verbessern und zu verschönern bemüht war.Den Character dieses ritterlichen Königs lernten wir schon aus sei-nen Thaten kennen, denn sein Heldenmut!) strahlt allen seinenübrigen Eigenschaften voran; aber der majestätische Ernst, derdurch seine schöne männliche Gestalt noch einen größern Eindruckmachte, forderte bei seinem Anblicke nicht minder zur Ehrfurcht auf,in seinem ganzen Wesen lag das Gepräge der Gerechtigkeit, dermoralischen Sittlichkeit und der wahren religiösen Frömmigkeit-Alles vorzügliche Zierden seines Herzens. Deutscher Biedersinn,deutsche Geradheit waren der Ausdruck seiner Gesichtszüge, leben-dig erhöht durch ein Auge voll Milde und Gnade; und was die-ses Auge aussprach, das wurde durch das wohlwollende Herz desKönigs in den herrlichsten Thaten bewährt. Eine edle Einfach-heit, wie in seinem Wesen, offenbarte sich auch in seiner ganzenLebensweise, welche man die eines reichen Privatmannes nennen