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König Friedrich Wilhelm III : sein Leben und Wirken ; eine Schrift für das preußische Volk
Entstehung
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chen König, den sie so gern als leuchtendem Vorbild durch das Le»Ken gefolgr waren, auf dem letzten Wege durch die von ihm so ge-liebte, beschützte und zur reichsten Blüthe erhobene Stadt, aufdem Wege von dem alten Schlosse der Könige und der Kurfürsten,seiner Vorfahren, nach der von ihm selbst geschmückten Domkirchezu begleiten. Arm und Reich, Alles war in Schwarz gekleidet;auch der Geringste will gern durch ein äußeres Zeichen die Trauerum den theuern König zu erkennen geben. Und so groß auch dieVolksmassen waren, die in allen Straßen versammelt, es bedurftenur der geringsten Mahnung an die Heiligkeit des Tages, umAlles zur Ordnung und zur feierlichen Stille zu bringen.

Nach der ernsten, aber prachtvollen Leichenfeier, welche Vor-mittags alle Einwohner Berlins versammelt hatte, um einen un-vergeßlichen Eindruck erhabener Größe in ihren Gemüthern zurück-ulassen, füllte am Abend desselben Tages eine andere von stillemharacter die Platze und Straßen der Hauptstadt. Man wußte, die sterbliche Hülle des verewigten Monarchen von dem Königl.r)ome um die mitternachtliche Stunde ohne alles Geprange nach^Zharlottenburg versetzt werden sollte, woselbst Se. Hochselige Ma-jestät in dem Mausoleum neben der Hochseligen Königin Louise zuruhen bestimmt hatte. Um 11 Uhr setzte sich der Zug.in Bewe-gung. Die Luft war völlig windstill, kein Gas erleuchtete dieStraßen, ein leicht bewölkter Mond verbreitete ein elegisches Däm-merlicht, die zahllosen Volksmassen beobachteten eine rührendeStille. Ein bewegliches Spalier von Garde du Corps und Uhla-nen hielt einen breiten Weg frei. Der Zug ging durch die mitt-lere Promenade der Linden, die sonst jedem Wagen verschlossen ist;Pferde und Wagen bewegten sich auf dieser ungepflasterten Straßevöllig geräuschlos, und die wenigen Fackeln erhellten um so ma-gischer die eng zusammengeneigten Wipfel der Bäume. Sodurchschritt das Trauergefolge die Mitte des Brandenburger The-res, um langsam und gemessen den dunkel beschatteten Weg nachCharlottenburg, der in seiner ganzen Ausdehnung von ruhigenVolksmassen erfüllt war, zurückzulegen. Auch die EinwohnerCharlottenburgs und der Umgegend hatten sich bei einbrechenderDunkelheit zu beiden Seiten der Kunststraße bis zum Königl.Schlosse in dichten, dunkeln Massen geschaart und erwarteten mitklopfendem Herzen den Augenblick, wo die entseelte Hülle des Viel-geliebten zum letzten Male von ihnen begrüßt werden sollte. Esherrschte durchweg eine Stimmung des aufrichtigsten Schmerzesund der wehmüthigsten Trauer. Bald nach Mitternacht nahet«

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