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konnte, und aller eitle Prunk, alle Verschwendung waren von sei-nem Hose gänzlich verbannt. Als ein Beweis seiner Wohlthatig-keit mag hier nur angeführt werden, daß der König bloß für dieArmenpflege 75,606 Thaler jahrlich zahlte. Er hat mehr Chaus-seen gebauet, als alle seine Vorganger zusammen; die Gründungeiner Menge von Anstalten für Wissenschaften, Kunst und Ge-werbe, die Schiffbarmachung der Lippe, der Hafenbau von Swine-münde, der ungeheure Festungsbau am Rhein, an der Weser :c.,die Aufstellung der aus Erz gegossenen Bildsaule Luthers in Wit-tenberg (31. Ort. 1.821) und unzählige andere solcher Werke,worunter auch die, mehre Millionen kostenden, Verschönerungenvon Berlin zu rechnen sind, bezeichnen ihn als ciuen wahren Vaterdes Vaterlandes. Fünf und zwanzig Jahre hatte der Friede seinReich gesegnet, und er hinterließ es mächtig, hochgeehrt, reich anKraft eines nationalen Herzens, mit einer Fülle trefflich geregelterStaatsformen, begabt mit Bildungsanstalten in jeglicher Abstu-fung, gesichert durch redlich geordnete Finanzen, berühmt durch einmusterhaft geregeltes Postwesen. Drei neue Universitäten, Bonn,Berlin, Breslau^ sind seine Schöpfung; er hat das segensreicheWerk der Union vollendet, eine neue Epoche für ganz Deutschlandbildet der von Preußen ausgehende Zollverein, Stand und Eonfes-sion machen keinen Unterschied mehr. Durch ihn und seine weise,nach außen sosehr als möglich auf europäischen Frieden hinwirkendePolitik steht unser Vaterland überall geehrt und angestaunt da,denn mit nicht allzu großer physischer Gewalt ist es doch zu einereuropaischen Großmacht gestiegen, und wenn Neid und Aerger unszu Zeiten anfeindeten, so beweist dies eben für uns, da nur anden guten Früchten genagt wird.
Der hohe Verstorbene hinterließ drei Töchter und vier Söh-ne, neunzehn Enkel und einen Urenkel. Er starb gerade 166Jahre spater, als Friedrich Wilhelm I., so daß es scheint, als wäredas Jahr 46 stets bedeutungsvoll für die brandenburgischen Herr-! scher. So ist auch das merkwürdig, daß an seinem Sterbetageauch der Pfarrer von Schandau, einem kleinen sachsischen Stadt-chen, starb, welcher an demselben Tage geboren war, an welchemFriedrich Wilhelm geboren wurde, nämlich am 3. August 1.776,und den der König während seines alljährlichen Aufenthaltes inTeplitz oft zu besuchen pflegte.