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Am Tage vor seinem Tode, am 6. Juni 1846, fühlte derKönig schon die Annäherung seines letzten Augenblicks. Da be-sorgte er recht lebhaft, es möchten durch seinen Tod Unterbrechun-gen und Stockungen in der Staatsverwaltung eintreten, weßhalber seinen Nachfolger durch den Staatsminister, Fürsten von Witt-genstein, auffordern ließ, die Regierung sogleich zu übernehmenund Alles vorher zu sehen, damit die Geschäfte durch seinen bevor-stehenden Tod keine Unterbrechung erlitten. Er, der König, könnesich nun nicht weiter mit irdischen Angelegenheiten beschäftigen, daer seine Gedanken anders wohin zu richten habe.
Auf seinem Krankenlager ließ er Vorträge halten, um inwichtigen Dingen zum Wohle feines Volkes thätig zu sein. Denjungen Sohne des Prinzen Wilhelm, seines Sohnes, schenkte erseinen Säbel mit der Aufforderung, ihn nur für die gerechte Sacffzu führen. Ueberaus ergreifend sollen die Worte gewesen seindie der sterbende Monarch an den jetzigen König gerichtet. l
Sein Tod ward sogleich bekannt gemacht. Kaum war iKunde desselben in die Stadt gedrungen, als auch unübersehba.Volksmassen sich um das Palais versammelten. Unmittelbarnach dem Tode ward Jedem der Zutritt gestattet zu seiner Leiche,bis nach einigen Stunden der ungeheure Andrang es unmöglichmachte, ferner den Zutritt zu gestatten. Die ganze Gegend umdas Palais, die nahen Plätze und Straßen waren von der fort-während anwachsenden Menschenmenge gefüllt. Den Truppenward es schwer hindurchzudringen, als sie um 7 Uhr den Befehlerhielten, die Fahnen aus der Vorhalle des Königl. Palais zu ho-len, um dem König Friedrich Wilhelm IV. den Eid der Treue zuleisten. Auf den Kasernenhöfen der einzelnen Regimenter geschahdie Eidesleistung, die mit einem dreimaligen Lebehoch für den je-tzigen König schloß.
Am 9. Juli früh Morgens um 1 Uhr wurde auf Befehl Sr.Majestät die Leiche Sr. Hochseligen Majestät in einem Einsetz-Sarge, getragen von den Unterofsicieren der Schloßwache, vondem Königl. Palais nach dem Königl. Schlosse hinübcrgebrachtund daselbst in dem Audienz-Zimmer unter einem Thronhim-mel aufgestellt. Am 16. Juni fand auf Befehl Sr. Majestät,gemäß der Anordnung Sr. Hochfeligen Majestät, die Ausstellungdes Paradesarges statt, worauf am II. Juni das Leichenbegäng-nis? erfolgte. Von nah und fern, aus der Hauptstadt, aus Pots-dam und aus andern Umgebungen waren heute in der Frühe schondie Teilnehmenden herbeigeströmt, den dahingeschiedenen väterli-