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von Italien krönen zu lassen, durch den preußischen bevollmächtig-ten Minister Marquis von Lucchestni in feierlicher Audienz über-reicht wurden. Geschmückt mit dem schwarzen Adlerorden em-pfing der Kaiser an jenem Tags zwei Deputationen und erschienAbends in der Oper.
Aber es war von Gott so bestimmt, daß die Völker durchKriegsdrangsale gehen sollten, um seine züchtigende Hand zu er-kennen. Darum konnte Friedrich Wilhelm bei aller Weisheit undFriedensliebe den Krieg von seinem Lande nicht abwehren. Derfranzösischen Heeresm.icht war es gelungen, nach den erfolgreichenSchlachten bei Ulm (14. October 1895) und bei Austerlitz im De-zember des eben genannten Jahres, einen vollständigen Sieg zu er-ringen über die gegen sie vereinigten Oesterreicher und Russen.Erstere waren genöthigt worden zum Abschluß des für sie höchstnachtkeiligen Preßburger Friedens. Aber nur ein Gewaltschrittvon französischer Seite hatte jenen Erfolg herbeigeführt. Um destoschneller auf den Kampfplatz zu eilen, hatte Napoleon kein Beden-ken getragen, die bisher von ihm anerkannte preußische Neutralitatzu verletzen, und einen großen Theil seines Heeres durch die Staa-ten des Königs von Preußen marschiren zu lassen.
Es geschah im Namen Friedrich Wilhelms III., als der da-malige Cabinetsminister und nachherige Fürst von Hardenberg dieEntschuldigungsgründe des französischen Gesandten in Berlin alsnichtig verwarf. Preußen, äußerte Hardenberg, könne sich dasZeugnis geben, alle Verpflichtungen, die es gegen Frankreich über-nommen, bisher auf's treueste erfüllt zu haben. Durch jenenGewaltschritt sei indeß das bisherige Freundschaftsverhaltniß alsaufgelöst zu betrachten, und der preußische Staat werde hinfortjede Maßregel ergreifen, die er zu seinem Schutz und zu seinerVertheidigung für nöthig erachte. Auf des Königs Befehl setztesich die preußische Heeresmacht nach den südlichen und westlichenGrenzen hin in Bewegung. Zugleich rückte ein Theil der könig-lichen Truppen in das Kursürstenthum Hannover, um die alteRegierung wieder herzustellen. Das Freundschaftsband zwischenFriedrich Wilhelm III. und Alexander I., bereits im Jahre 1892zu Memel geknüpft, ward noch fester und inniger, als RußlandsMonarch im October 1895 in Berlin eintraf. Damals, den 3.November, kam zu Potsdam zwischen beiden Herrschern ein Ver-gleich zu Stande, nach welchem den russischen Truppen der früherverweigerte Durchmarsch durch Schlesien gestattet ward. Beideaufrichtige edle Monarchen schlössen ihr Freundschaftsbündniß auf