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König Friedrich Wilhelm III : sein Leben und Wirken ; eine Schrift für das preußische Volk
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eine außerordentlich rührende Weise. Noch in der Nacht vor derAbreise des Kaisers Alexander wünschte derselbe die Gruft Fried-rich des Großen zu sehen. Um Mitternacht begaben sich der Kö-nig und die Königin mit Alexander in die Garnisonkirche zu Pots-dam. Hier am Sarge Friedrichs, in der feierlichen Stille derNacht, beim Fackelscheine, der die dunkeln Räume erhellte, standennun in dieser verhangnißvollen Zeit die beiden Herrscher, welche esmit ihren Völkern so treu meinten, und ihre Seelen beschäftigtensich mit großen Gedanken. Alexander küßte den Sarg Friedrichs,Friedrich Wilhelm legte seine Hand in die seines Freundes, undBeide schwuren sich ewige Treue. Wie mußte dieser Schwur auchdurch Lvuisens Seele dringen!

Die genauere Erzählung der Wirren in damaliger Zeit ge-hört nur für ausführlichere Geschichtswerke. Hier wird es genü-gen, wenn wir bemerken, daß alle Bemühungen des Königs, denFrieden zu erhalten, fruchtlos blieben. Napoleon verletzte vonnun an immer freventlicher das Völkerrecht und beleidigte unfernKönig auf die empfindlichste Weise, brach seine Versprechungenund entschuldigte sich bei allen Vorstellungen von Seiten unsersKönigs nicht einmal, so daß die Ehre des Königs und des Volksnicht tiefer gekrankt werden konnten. Da forderte das entrüsteteVolk Krieg; Berlin und die Personen, welche dem Könige zunächststanden, drängten in Emhusiasmus zum Kriege, und FriedrichWilhelm, mit Sachsen verbunden, stellte sein Heer kriegsfertig undkampflustig ins Feld. Ehe aber noch seine öffentliche Kriegserklä-rung erschien, hatte auch Napoleon seine Uebermacht an Heerenden Preußen und Sachsen gegenüber gestellt.

Die Feindseligkeiten nahmen ihren Anfang damit, daß derGroßhsrzog von Berg am 8. October 1806 bei Saalburg denUebergang über die Saale erzwang und die dort stehenden Preu-ßen und Sachsen zurückwarf. Dann wurde ein vereinigtes preu-ßisch-sächsisches Corps unter dem General Tauenzien, das sichvon Hos nach Schleiz zurückgezogen hatte, bei letztgenannter Stadtam 9. October von dem Prinzen von Ponte-Corvo geschlagen.Am 10. October breiteten sich die Franzosen von Schleiz bis Aumaund Neustadt, und am 12. October bis Gera aus. Am 10. Oc-tober stießen der Marschall Lannes, der über Koburg und Grafen-thal mit dem linken Flügel vorrückte, und ein Thei! vom Corpsdes Marschalls Augereau auf den Vortrab des Fürsten von Ho-henlohe unter den Befehlen des Prinzen Louis von Preußen undwarfen ihn bei Saalfeld. Unterhalb Mohlsdorf, unweit der Saale,