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König Friedrich Wilhelm III : sein Leben und Wirken ; eine Schrift für das preußische Volk
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Einst war die Fürstin von Hessen-Broich in Berlin zumBesuche, als die Kinder des Königs in einem der Zimmer desSchlosses spielten. Als die Kinder aufhörten zu spielen, befahldie Fürstin einem Bedienten, die Spielsachen wegzunehmen.»Das darf ich nicht,« entgegnete der Bediente, »denn es ist derBefehl des Königs, daß die Prinzen und Prinzessinnen ihr Spiel-zeug selbst bei Seite legen sollen.« Die Fürstin befahl nun, aufihre Verantwortung die Sachen aufzuräumen, was der Bedienteauch that. Gleich darauf erzahlte die Fürstin dem Könige, daß siegegen seinen Befehl gehandelt habe, indem sie meine, die Königli-chen Prinzen und Prinzessinen brauchten sich doch wohl nicht selbstaufzuwarten, da sie dazu wohl immer Leute zu ihrer Bedienunghaben würden. »Das ist die Frage,« erwiederre der König; »mankann nicht wissen, in welche Verhaltnisse sie noch kommen werden,wo sie sich auf sich selbst beschrankt sehen, dann würde es ihnenschwer werden, der Bedienung zu entbehren. Darum ist es meinWille, daß sie sich schon früh daran gewöhnen.«

Und wirklich standen ja dem weisen und demüthigen Königenoch schwere Zeiten vor, wo diese Gesinnung aufs Harteste ge-prüft werden sollte.

Wir haben bisher gesehen, wie eifrig besorgt der König warfür die Wiederherstellung und Erhöhung der Kräfte des Staates.Daher suchte er auch die Ruhe von Außen zu erhalten. In dieserHinsicht bewährte er seinen Scharfblick gleich dadurch, daß er andie Spitze der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten nach demTode des Grafen von Finkenstein den als einsichtsvollen Diplo-mat rühmlichst bekannten Grafen von Haugwitz stellte, einenMann, welcher die Stellung Preußens zu den übrigen europäischenMachten mit klarem Blicke erkannte. Noch wüthete der Krieg,der durch die französische Revolution veranlaßt worden war, aberFriedrich Wilhelm nahm keinen Antheil an demselben, und dierussischer und österreichischer Seits an ihn abgeschickten Unterhänd-ler mußten Berlin unverrichteter Sache wieder verlassen. Dennnicht nur machten es die unter der Regierung Friedrich WilhelmsII. angehäuften Schulden, sondern auch das Verhaltniß, in wel-ches Preußen durch den 1795 zu Basel abgeschlossenen Friedenzum Hause Oesterreich und demnach zu Rußland und Großbritan-nien getreten war, durchaus nothwendig, an dem einmal ange-nommenen Systeme der Neutralität so lange wie möglich festzu-halten. Weder Englands Versprechungen, noch die Schmeiche-leien und hiernächst versuchten Drohungen Oesterreichs und Ruß-