Druckschrift 
König Friedrich Wilhelm III : sein Leben und Wirken ; eine Schrift für das preußische Volk
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

tair, welcher den Bescheid ausgearbeitet, den Willen des Königs ver-standen und deutlich ausgedrückt Habs.)

Ueberall arbeitete also der junge König auf das Wohl seinesVolkes hin; er vermied alle Unterdrückungen der Unterthanen, be-sonders der armern Klassen, wirkte für Belebung des öffentlichenVerkehrs, besonders durch Aufhebung der erst kürzlich unter derNegierung seines Vaters von Neuem eingeführten Tabaksadmini-stralion, indem der Verkauf des Tabaks gegen eine maßige Steuerfortan erlaubt ward; er stellte alle Mißbräuche ab, die er kennenlernte, erhöhte den Sold des Heeres, ließ aber sonst allenthalbenan die Stelle der Verschwendung und des Luxus eine weise Spar-samkeit treten.

In allem Guten und Edlen gab dabei das königliche Paardas erste Beispiel. Es gab vom Throne herab das Vorbild einerglücklichen Ehe, einer auf Thronen seltenen Gattcnliebe, und wirkteauf seine Unterthanen als ein erhabenes und leuchtendes Musterdurch Mäßigkeit und Sparsamkeit, durch erhabenes Beispiel derEinfachheit im häuslichen Leben; es erwarb durch Leutseligkeit,Güte und Herablassung immer mehr die Liebe und Achtung derUnterthanen. Der König beurkundete durch sein öffentliches undPrivatleben, welchen Hoffnungen für die Zukunft sich sein Volkhingeben könne; sein hoher Sinn für Recht und Gerechtigkeit, seinewahrhafte Liebe zum Volke zeigte sich in rascher Abstellung allerMißbräuche, welche eingerissen gewesen waren; seine Rechtlichkeitzeigte sich auch in seinen Cabinetsbefthlen, welche ein bis dahin un-gewöhnliches Beispiel lieferten, daß der Regent den Regierten dieGründe seines Verfahrens einzeln darlegte. Und die Königin —sie vereinte, seit ihr Gemahl den Thron bestiegen, die Königin mitder Gattin und Mutter. Sie, ein Muster also einer hohen Frauin jeder Hinsicht, nahm die Huldigungen der Völker mit freundli-cher Güte auf, und die unverschuldeten Unglücklichen fanden inihr eine Wohlthaterin, welche still und anspruchslos ihr Elend mil-derte. Vertrauensvoll nahete ihr das ungekannte Verdienst, undLouise erwarb ihm Anerkennung und Belohnung. Nichts bliebihren hellen Blicken verborgen, allenthalben gelang es ihr, dasGute zu fördern und das Schöne zu verherrlichen. Der Adelihrer schönen Seele zeigte sich bei jeder Veranlassung und die all-gemeine Verehrung stieg von Tag zu Tag.

Von den musterhaften Grundsätzen, welche bei Erziehung derKöniglichen Kinder befolgt wurden, möge folgender Zug einen Be-weis geben.