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Trajan's Kanal, die prächtigen Ruinen der kolossalen Trajan'sBrücke über die ganze Donaubrcite (unterhalb des eisernen Tho-res mehr als eine englische Meile breit), der altrömische Sevc-rinsthurm (Ruine, beinahe so gut erhalten,als die Heidelberger).
Vor Allen das steinerne kolossale Kreuz,—das von derhöchsten Spitze der dortigen Gebirge traurig auf diese blutgetränkteGrenzgcgcnd zu blicken scheint. Seinen Ursprung kennt Niemand,ebensowenig als man seine wunderlichen Inschriften errathenkann. Hier auf der Grenzscheide so vielerlei Völker: Deutsche,Ungarn, Wallachen, Serben, Griechen, Türken, Bulgaren, Bos-niakcn, Albanescn :c. erscheint das Reich der Sagen unermeßlich,unerschöpflich! — Jede Scholle Erde, scdes Feldstück, jede Ruinebirgt eine inhaltschwere Sage von irgend einer bedeutungsvollenGrenzbegebcnhcit im liederreichen Munde der tapferen Serben.
Die serbischen und ungarischen unglücklichen Christenschlach-ten auf dem Amselfelde an der bosnischen Grenze gegen Murad I.und Murad II., die kühne Ermordung des ersteren in dessenZelt durch den Serben Milosch Kobilitschk 1389, der Serben-Thurm bei Nissa, V- Stunde entfernt von dieser Stadt, derin dem letzten Kriege nach der Schlacht bei Nissa mit 2V tausendKöpfen von erschlagenen Serben durch die Türken, als Warnunggegen die Christen-Rebellen, verziert wurde, die rund um in dieAußenseite der Thurmwände mit Mörtel eingemauert, ihre ent-fleischten Gesichter und gebleichten Schädel ihren Landslcutcn zeigenwährend von mehreren noch einzelne Büschel Haare klagend imWinde flattern.
Die Liebschaften und Gefechte auf der Grenze, Wciberraubder zügellosen Janitscharen und Kamps der Serben mit ihnen.
In alle diese Balladen und Romanzen ist das steinerneKreuz näher oder entfernter eingewebt. Gewiß ist es, daß dieseDonanstrecke schon von Belgrad aus bis zur Trajans-Brücke zuden sehenswürdigsten Gegenden unseres Welttheils gehört. Ineiner iVIercuntil - Schrift darf ich nicht mehr sagen, es ist dasVorige ein abgerissenes Stück aus meinen täglichen Notizen undReisebildern.