Druckschrift 
Mercantil-Memoiren aus der Türkei
Entstehung
Seite
72
Einzelbild herunterladen
 

72

Reni in Bessarabien (russisch) verladet zwar auch oft Ge-treide, Ismail glaube ich gar nicht. Die türkischen Häfen:Tuldscha, Jsaccia und Matsch in sind wegen des Getreide-Ausfnhr-Verbotes von weniger Interesse, da sie meist nur Holzausführen und höchstens Passiv-Handel mit Galacz treiben.

Galaez

moldauischer Freihafen, exportirt die moldauischen und wallachi-schen Produkte. — Auch hier ist die Quarantaine auf rufst Fußmit Spoglio und Chlor-Räucherung eingeführt; es können des-halb zur See auch keine Waaren eingeführt werden, die nichtdem Chlor widerstehen können.

Ordinaire Manufactur-Waaren werden demnach aus Cos-poli von den Lagern der Engländer eingeführt, als: Twiste,baumwollene ungebleichte Gewebe, ordinaire baumwollene Schnupf-tücher, ordinaire Nanquins :c. Die feineren Manufact.-Waarenzur Befriedigung des Luxus, werden aus Jassy bezogen; auchhaben schon einige Kaufleute aus Jassy hier Ausschnittladenerrichtet; nur ein einziger Detaillist ist hier, der seine Waaredirect aus Wien kommen läßt, auch schon anfängt, die LeipzigerMesse zu besuchen.

Als Galacz noch sammt den Fürstenthümern unter directertürkischer Zwingherrschaft stand, zählte es nur wenige Häuser;seit den letzten 9 Jahren hat sich seine Einwohnerzahl bereitsauf 1V bis 15,WO gestellt, und es ist seitdem eine glückliche Neben-buhlerin Odessa's geworden. Es läßt sich mit Recht vermuthen,daß, da die Produktion in den Fürstenthümern mit jedem Jahrebedeutender und deren Qualität besser wird, der Consnmo derManufacte größer werden muß, durch die aus dem vermehrtenExport in's Land kommenden größeren Summen. Die glücklicheNebenbuhlerschaft gegen Odessa beweisen am Besten die Zahlender abgegangenen Schiffe.

Galacz mit Jbrail erpedirten zur See im Jahre 1838968, Odessa aber nur 780 Schiffe.

Man muß freilich nicht außer Acht lassen, daß viele ausOdessa erpedirte Schiffe eine größere Tragfähigkeit hatten, da