Druckschrift 
Mercantil-Memoiren aus der Türkei
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

27

der Verlust des Amenblcmcnts im Falle eines Brandes zu großseyn würde. In allen Häusern liegen große härene Säcke bereit,um jeden Augenblick alles nur Mögliche darin zu packen, auchsind zu diesem Zwecke meist in jedem Zimmer große tragbareKisten.

Die neuen Löschungs - Anstalten, die ich bei dem großenBrande des Divans Anfangs 1839 sah, schienen nicht schlecht zuseyn; es war ein bedeutendes Corps Pompiers, gerade wie inden Hauptstädten Europa's; der Padischah Mahmud II. an ihrerSpitze, obwohl er sehr leidend war; — aber dennoch brannteder Divan sammt seiner hohen Pforte und den Archiven rettungs-los in Folge dieser Meuterei ab.

Die Menge von Leichnamen, die den anderen Tag im Bos-porus umhertrieben, verhinderten ebenso wenig, daß es die kom-mende Nacht wieder im kaiserlichen Arsenal brannte.

4. Monopole. Der Produzent kann nicht an wen erwill verkaufen, sondern muß seine Produkte an die Beamte desGroßhcrrn zu einem bestimmten Preise abgeben. Von den An-käufern dieser Produkte wird oft °/a durch die Beamten alsVorschuß gefordert und muß von dem Ankäufer bezahlt werden.Es ist dieses jedoch nie ein Kauf für eine schon eristirendeWaare, sondern nur ein Contract für eine zukünftige Lieferung.

Man behauptet allgemein, daß kein Beispiel eristirc, daßein solcher Contract nicht gehalten worden wäre, allein die Gütedes Produktes ist nicht vorher zu bestimmen, wo nur von einerzukünftigen Erndte die Rede ist. Die Franken kaufen nur fürAndere, wenn sie Bestellungen haben, die RajahS aber, vorzüglichdie vielen potenten armenischen und griechischen Häuser, kaufen füreigene Rechnung und suchen später wieder an die Franken zuverkaufen.

5. Quarantänen. Auch die Hauptstadt des großenPadischah, Cospoli selbst, hat zum Verdrussc aller Rechtgläubi-gen angefangen, sich durch Quarantaincn gegen die Pest zuschützen. — Kuleli auf der asiatischen Seite dicht an Scutari,nimmt die aus dem Innern von Asien kommenden Caravanen