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Lichtstrahlen beleuchtend Religion, Christenthum und Welt, aus Heinrich Zschokke's Werken
Entstehung
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Es ist die Stufe der Kindheit unseres Ge-sch lechts, der Stand ursprünglicher Wildheit. DerMensch, noch ohne Gesetz, ohne Eigenthum, ohnedeutlichen Begriff, fast ohne Sprache, steht da un-ter alleiniger Vormundschaft der Natur, der Leitungseiner Lebens- und Kunsttriebc überlassen. Seinweiches Gedächtniß hat noch selten bleibende Ein-drücke. Er genießt und vergißt. Mit den Gegenstan-den andern seine Gefühle. Er weint, aber lacht imnächsten Augenblick mit unsinniger Freude. Er haschtnach dem, was ihn anglänzt. Ihm scheint AllesGemeingut. Er kennt kein Recht, kennt keine Strafe,nur Rache und Furcht. Den Thieren verwandt, anSchärfe der äußern Sinne ihnen gleich, im Nach-ahmungstriebe sie übertreffend, beobachtet er sie mitfurchtsamer Ncugier. Er lernt von ihnen bauen,den Feind beschleichen, sich verstellen, wie sie, undihre Spiele und Tänze nachäffen. Wer giebtRechenschaft über die Dauer der Zeiträume, in de-nen noch, mit dem Gedächtniß, die Geschichte derMenschheit fehlt? Wer erinnert sich der eignenTage, da er selber noch als Säugling an einerMutterbrust lag? Der Wilde liegt an der Mutter-brust der Natur.

Aber er erstarkt; er klimmt, als Knabe, zurandern Stufe der Gesittung hinauf. Er wird aufihr ein Halbwilder. Sein Gedächtniß hat Festig-keit gewonnen. Es leitet ihn durch die unwegsamenSteppen und Urwälder; es verleiht ihm Macht, Er-fahrungen und Schicksale der Alten in Sagen undSängen fortzupflanzen. Der Greis lehrt; der Star-ke gebietet; der Schwache gehorcht; das Weib istMagd, der Besiegte Sclav. Im Hochgefühle roherKraft wird dem Halbwilden Unerschrockenheit in Ge-fahr, Ausdauer in Noth, trotzige Verachtung desSchmerzesund des Todes, die höchste Tugend. Dem

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