230.
Alle Zeitalter haben ihre Pharaonen gehabt,welche gegen das Göttliche durch materielle Mittelzu siegen wähnten und aufstrebenden Meinungenund Ueberzeugungen mit Kerker und Kette, Schwertund Flamme begegneten. Sie beschleunigten dieÜberschwemmungen eines Stromes, dessen Gewaltsie nicht erkannt hatten, und dessen Lauf sie mitDämmen zurücksperren wollten.
231.
Stumm und todt schwang sich einst Jahrtausendelang dieser Weltball in weiten Kreisen um die Sonne,nur Spielball gahrender Elemente, welche aus den Tie-fen der Gewässer, Länder und Gebirge hervordrängten;— und Jahrtausende rollte er wieder im grünenGewände seiner Urwälder und Savannen dahin, ehedas Thiergeschlecht aus Meeren und Sümpfen überfesten Grund hervorging und sich stufenweise uudwechselsweise mit Pflanzenarten entfaltete. — Wannendlich trat der Mensch in den vollendeten Gottes-garten? Wie viele Jahrtausende flössen abermalsvorbei, ehe er sein Lallen des Säuglings mit einerausgebildeten Sprache vertauschte und die Sage vomSchicksale seiner Tage Enkeln überliefern konnte?
Bor meinem innern Blicke zog, unter diesenGedanken, die Lebensgeschichte der Menschheit mitihren Familien und Nationen, mit ihren Götternund Heroen, Pyramiden und Ruinen, Tyrannenund Märtyrern, Weltumseglern und Erfindern vorüber.Ich sah die Himmelsleiter des sterblichen Geschlechts,wie es, von Stufe zu Stufe seiner Gesittung, zurBergöttlichung überging. Auf jeder Stufe standenMillionen; die meisten dieser Millionen auf der nied-rigsten, dem Urschlamme der Erde am nächsten.