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Lichtstrahlen beleuchtend Religion, Christenthum und Welt, aus Heinrich Zschokke's Werken
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Ungestüm seiner Begierde opfert er gleichgültig dasLeben. Eben so gleichgültig bringt er Menschenopferund schmückt er die hinfällige Hütte mit Schädeln derErschlagenen. Auch Schönbeitssinn erwacht. DasWeib erhöht seinen Neiz mit kindischem Zierrath;der Mann tättowirt sich. Der Schrecklichste ist demschwachem Geschlecht der Liebenswürdigste. DerHeld herrscht oder der Stammvater der Familie; dieKriegergemeinde giebt das Gesetz. Wie heute nochEskimo's in der Eiszone, Guarani's, Mbaya's undandere Horden in Tropenländern Amerika's, standeneinst die Griechen der Urzeit, die Germanen des Ta-citus, die Galen Ossian's.

Nur vor Einem erbebt der Trotz des Halb-wilden; vor Dem, den seine Faust nicht zwingen,sein Pfeil nicht erreichen kann. Es ist die unsicht-bare Gewalt im Donner der Wolke, im Sturm,der den Wald bricht; die Gewalt, welche Sonnenund Monde ruft und verfinstert. Er ahnet einengroßen Geist, er ahnet Gottheiten; er hört in Träu-men ihre Stimme, sieht in Wundern und Zeichenihren Wink.

Erfahrungen steigern die Urtheilskraft. Losge-rissen endlich von der Vormundschaft der Instinkte,vertraut sich das jugendliche Geschlecht der Sterb-lichen seiner Selbstmacht. Es verläßt die Mutter-hand der Natur und verliert sich mit irren Schrit-ten in ein Labyrinth reizender Täuschungen. DerKnabe ist zum lcbenstrunknen Jüngling geworden;der Halbwilde zum Barbaren. Er betritt einehöhere Stufe der Himmelsleiter. Die Keime vonStaat, Kunst und Religion, im Leben des Halb-wilden schwächlich aufgesprossen, gewinnen unter bar-barischen Völkern festere Formen. Aber die Einbil-dungskraft überwuchert noch den halbentwickelten Ver-stand und mehr noch die Vernunft. Maaßlos in