Druckschrift 
Lichtstrahlen beleuchtend Religion, Christenthum und Welt, aus Heinrich Zschokke's Werken
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

— 105 —

dazu gekommen bin, als wie ich wieder davon ab-komme *). Zch strafe meinen Spiegel in's GesichtLügen; ich bin an Seel' und Leib 24! und brenne,mit der Gluth von damals, für das Wahre, Guteund Schöne, das man heutiges Tages verketzernwill. Zch fühle es, ich bin jung; aber es ist schmerz-lich, wenn man die Leute um sich her alt werdensieht. Wie alt sind Sie? Ich vermuthe, in kei-nem Fall über 26?

— — Was mich am meisten freut vonmeinem bisherigen Wesen, ist, daß ich die Freund-schaft herrlicher Männer, wie Sie, Stapfer, Boß,der alte ^rip. louitr., Zach der Himmelsheld, Bon-stetten, Denoette, Pictct, Matthisson, Utzschneider,Wessenberg, Usteri, Pestalozzi u. f. w. genieße. Ichwill meiner geliebten Heimgegangenen nicht gedenken:Joh. Müller, Aloys Reding, Schlichtegroll :c. rc.

Adieu, Theurer, Lieber! die Grüße an IhreFrau Gemahlin und Tochter und Wessenberg möchteich auch gern bestellen; aber ich stehe vor der Thür,rufen Sie erst: Herein!

Im Jahre 1829 schloß Zschokke einen Briefan E. Münch mit den schönen, ermuthigenden Wor-ten: „Adieu, lieber Freund, Streiter Gottes! Wer-den Sie nicht müde im Kampfe für das Heiligeund Wahre!"

») Am 22. März 1841 vollendete der Treffliche sein sieben-zigstes Lebensjahr.

MWA- >