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ern Entzweiung mit sich selber ist. —Wer die Phrase in ihrer rechten Bedeutung verste-hen will, muß sie nicht aus dem ursprünglichen Zu-sammenhange herausreißen und daraus eine verstüm-melte Einzelheit machen. Er soll sie in Verbindungmit dem ganzen Stücke denken.
Das Bild vom Baume der Erkenntniß desGuten und Bösen, welches an der Spitze von denältesten schriftlichen Urkunden des menschlichen Ge-schlechtes steht, ist der weissagende Prolog des bisjetzt noch unvollendeten sechstausendjährigen Welt-schauspiels; Ueberschrift und Inhalt der gesummtennachfolgenden Geschichte der Sterblichen.
In der Erkenntniß des Guten und Bösen ent-zweite sich die Menschheit; sie ist noch heute ge-trennt. Ungeachtet, ihrer Zwietracht ringt sie nachdem höchsten Gut, und ungeachtet des Widerstre-bcns von Millionen nähern sich diese dem Höhern,ohne es zu glauben.
Das Schlechteste auf Erden ist die Erde, undwas aus ihr kommt und sich zu ihr thierisch hinab-neigt, als gewährte sie den rechten Genuß. DasBeste unter dem Himmel ist der Geist und wassich zum Göttlichen emporarbeitet.
Da stehen die uralten Kampfer; immer die-selben seit Anbeginn, nur in verschiedenen Zeitenmit neuen Schilden, Fahnen, Farben und Namen.Da stehen gegeneinander Kam und Abel; das gold'neKalb und die mosaische Gesetztafcl; der AthenischePöbel mit dem Giftbecher und Sokrates; Kaiphasmit den Hefen Jerusalem's und Christus Jesus amKreuze; das Heidenthum und die Schaar der Mär-tyrer; Gregor VII. und Kaiser Heinrich IV.;Papst Johann XXII. und Ludwig der Baier; Huß