die Grausamkeit springt; wenn im Taumel der Hoff-nung und Furcht das Nützliche mit dem Gerechten,die Ursache mit den Folgen, das Wesentliche mitdem Zufälligen in gleichem Werth und Preise lau-fen; wenn der rauschende Strom der Ereignisse alleGrundsätze hinwegsiuthet; die Klugheit verzweifelndnach dem Moment hascht, der schon nicht mehr ist,und die Weisheit an sich selbst irre wird; wenn imWirbel entgegengesetzter Schicksale Eigenthum, per-sönliche Freiheit, Leben und Ehre Stütze und Schirmverlieren; wenn so jeder einzelne Mensch, so einganzes Volk Schwerpunct und Gleichgewicht ein-büßt, aus dem Gewöhnlichen hinweggeschleudert, im-mer mit Uebertreibung sieht, urtheilt, handelt; mitEinem Worte: in einer Revolution — da giltanderes Maaß und anderes Gewicht zur Würdigunghandelnder Personen. Der Mann in der Ruhe, derMann in verzweifelnder Rastlosigkeit, — oder derMann in friedlichen, gleichlaufenden Verhältnissen,und der Mann im Gewühle vorüberstürzender Er-eignisse, wird-zu einem andern. Persönliches In-teresse und das Heiligthum unbesiegbarer Wahrhei-ten reißen ihn gleich stark empor; er nimmt an demUmstürze der Dinge Theil, er schlafe oder wache;alle Welt ist durch die Erschütterung aus dem Ge-leise gehoben; Jeder eilt oder irrt in neuen Bah-nen; große Leidenschaften reizen großen Widerstandund Alles treibt dem Aeußersten zu.
Nachdem das betäubende Gewitter vorüberge-zogen ist und wir auf das Ueberlebte zurückschauen,so erstaunen wir vor Verwandlungen, die zum Theilunser Werk sind, und können kaum begreifen, daßAlles möglich gewesen sey; so wenig, wie ehe-mals, daß es möglich seyn würde. >— Mancher,der bei mildem Temperament und zartem moralischen