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Sie baten um seinen Segen, und er sprach: „Ja, Ihr solltin Ewigkeit gesegnet sein!" Dies waren seine letzten Worte an sie.Kurz vor dem letzten Athemzuge sprach er noch: „Wann werdeich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue! Komm, HerrJesu! Ach komm, Herr Jesu, ich bin bereit!" Mit schwächererStimme fuhr er dann fort: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt,und er wird mich hernach ans der Erde auferwecken!"
Es waren dieselben Worte, die seiner unvergeßlichen Luise einstzum Anker der Hoffnung gedient, und nicht ohne Grund läßt sichannehmen, daß er ihr gottseliges Ende in diesem Augenblicke vonNeuem vor Augen sah und sich der baldigen Wiedervereinigung mitihr freute.
Gleich darauf schloß ihn: ein sanfter Tod die Augen; die an-wesenden Geistlichen aber sprachen: „Unsere Seele sterbe den Toddieses Gerechten!" —
Er hatte den Umfang des Staates um ein Dritttheil (bis aus1930 Quadratmeilen), die Bevölkerung um das Gleiche (bis auf1,500,000 Einwohner), die Einkünfte um das Vierfache und dasHeer um das Sechsfache (24,000 Mann) vermehrt.
Durch ihn erhielt Brandenburg eine neue Bedeutung unter deneuropäischen Staaten, wie sie keiner seiner Vorfahren je ahnenkonnte. Ihm gebührt der Ruhm, in allen Beziehungen der Gründerder preußischen Monarchie zu sein, und alle seine Nachfolger sindauf dem Wege fortgeschritten, den er zuerst einschlug und nicht zuverlassen er sterbend seinen Sohn ermahnte.
Frömmigkeit, Weisheit und Gerechtigkeit, ein seltener Scharf-blick und eine eiserne Thatkraft zieren diesen Fürsten, der gleichgroß als Landesvater, Staatsmann und Kriegsheld ist. Als derSchöpfer des stehenden Heeres stand er zu jeder Zeit mit gezückten:Schwerte auf der Wacht und verband die einzelnen Landestheile:Mark Brandenburg, Herzogthum Preußen und die kleveschen Landedurch Gleichstellung in Rechten und Pflichten, durch Hebung desLandbaues, der Gewerbe, des Handels, der Kunst, Wissenschaft undVolksbildung, durch Rechtspflege und kirchlichen Frieden innerlich sogründlich, daß sich die Volkswohlfahrt blühend entfalten konnte.