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1 (1891) Die Kurfürsten
Entstehung
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Friedrich Wilhelm, um die Hand der nun achtzehnjährigen, geistigund körperlich zu größtem Liebreiz erblühten Jungfrau warb.

Schon als Kurprinz hatte er im Hause des würdigen Oranien,einem Tempel reinster, christlicher Frömmigkeit, köstliche Stundenverlebt, deren wohlthuende Erinnerung ihm noch bis ins Alter dasHerz erquickte.

Nachdem der fürstliche Werber die Einwilligung erhalten, erschiener im November 1646 mit glänzendem Gefolge im Haag, und wohlmögen es für die Prinzessin wonnige Augenblicke gewesen sein, alsder ritterliche Bräutigam, von Alt und Jung, Hoch und Niedrig imganzen Lande mit Jubel begrüßt, ihr seine Huldigung darbrachte.Wegen der Kränklichkeit des hohen Brautvaters fand die Vermählungschon vier Tage später mit jener Pracht statt, die in jener Zeit beisolchen Festen stets entfaltet wurde.

Der Bräutigam erschien in einem weiten, golddnrchwirktenAtlaswammse, über dem er den spanisch-deutschen Mantel trug, derso reich mit Diamanten nnd Perlen besetzt war, daß man den Stoffkauni erkennen konnte.

Die Braut schmückte ein Kleid von Silberstoff, in denenHunderte von echten Perlen blitzten, während die Besätze am Halseund den Aermeln von überaus künstlich gemusterten BrüsselerSpitzen und Silberfäden waren. Eine Krone, an deren Bügelnund Reifen kostbare Edelsteine in allen Farben spielten, vollendeteden Schmuck der fürstlichen Braut, „deren Schönheit übrigens", wieein Zeitgenosse schreibt, „wirklich keiner Nachhülfe bedurste. Sie warvon Natur so weiß, so zart! Ein sehr schönes Gesicht; ein erhabenes,liebes, herzgewinnendes Auge; ein zierliches und völliges Ebenmaßaller Gliedmaßen! Der ganze Anstand grazienmäßig und geschmeidigund doch dabei majestätisch! Selbst unter tausend Jungfrauengemischt, mußte man an ihr mit Einem Blicke die Fürstin heraus-finden."

So gern nun aber auch der Kurfürst sein trautes Gemahlalsbald in seine Lande geführt hätte, so konnte er doch ihrer Bittenicht entgegen sein, den kranken Vater so lange zu pflegen, alsGott die Krankheit dauern ließe. Der Kurfürst reiste ohne Verzug

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