Niedrigen dabei gewesen sein, daß nicht nur die Leute aus Berlin,sondern auch aus andern benachbarten Städten häufig (d. i, zahlreich)hierher gefahren und gelaufen, solche öffentliche Predigt mit anzuhörenund der Konnnunion des Kurfürsten mit zuzusehen."
Dann heißt es in der Chronik weiter: „Bei der zu Standegekommenen Reformation bekannte sich auch schon in diesem Jahredas ganze Kloster zur evangelisch-lutherischen Lehre, zu welcher willigenAnnahme wohl der ehemalige Probst desselben, Matthias von Jagow,einen guten Grund gelegt haben möchte. Die Jungfern verließenindessen das Kloster nicht, sondern blieben beisammen und fandenihren ferneren Unterhalt in demselben, ob es ihnen gleich freistand,das Ordens-Klcid abzulegen."
Der Kurfürst selbst berichtete von den Ereignissen in Spandauund Berlin an Luther. Dieser schrieb ihm sofort am 4. Dezember1539: „Ich danke dein Vater aller Gnaden und weiß nichts mehrzu thun hierin, denn daß ich von Herzen bitten und beten will, daßder liebe Gott sein angefangen Werk in Ew. kurfürstlichen Gnadengnädiglich und barmherziglich stärken wolle und vollführen, zu seinemLobe und Ehren, das ist, zu vieler Seelen Heil und Seligkeit." . . .„Ich habe mich zur Zeit nicht versehen, daß Ew. kurfürstlichen Gnadenhätten solches können oder dürfen fürnehmen, sondern bin in diesemWahn bisher gestanden, Ew. kurf. Gnaden möchtcns nicht erheben,ob sie es gleich gern thäteu. Derhalben ich still geschwiegen, undEw. kurf. Gnaden nicht habe wollen noch mögen weder vermahnennoch reizen zu diesem Fttrnehmen. Aber Gott der Herr ist's, deralles thut über unser Bitten und Wehren. Dein scp Lob und Ehrin Ewigkeit, Amen. Denn wir sollen nichts ohne ihn, aberer will alles ohne uns, und doch in uns thun. So ist'sauch recht und gehet von Statten. Sonst so wir etwas ohne ihnthun, werden mir stolz, bleiben aber doch zuletzt stecken."
Dieser Religionswechsel ist der wichtigste Schritt im Leben undwährend der Regierung Joachims II. Welche Schwierigkeiten erdabei zu überwinden hatte, vermag man aus einem Schreiben zuersehen, das der kurfürstliche Rath Eustachius von Schlieben an denHerzog von Preußen sandte. Darin hieß es: