Westphal, der in Stendal etwa 1488 eine Druckerei anlegte. Daserste Buch, welches aus dieser Druckerei hervorging, war ein Werk inFolio: Der Sachsenspiegel, eine Sammlung alter sächsischer Rechteund Gesetze; — ein jetzt sehr seltenes Werk, welches nur noch inwenigen Sammlungen gefunden wird.
Johann Cicero's hauptsächlichstes Bestreben ging dahin, seinemLande den Frieden zu sichern. Er war daher stets eifrig bemüht,entstehende Streitigkeiten unter den Grenznachbaren durch gütliche Ver-mittelung beizulegen, damit nicht etwa auch die Mark durch Kriegs-unrnhen in Mitleidenschaft gezogen würde.
Indessen schien es, daß Kurfürst Johann 1488 wider seinenWillen dennoch in einen Krieg verwickelt werden sollte. HerzogJohann von Sagau war durch König Mathias' Hilfe in den Besitzvan Glogau gelangt und regierte dort mit solcher Strenge, daß ereinen Rathsherrn dieser Stadt oder, wie der Chronist Hübner be-richtet, sogar zehn Mitglieder des Nathes ins Gefängniß werfenund verhungern ließ. König Mathias, der damalige Oberherr vonSchlesien, rächte diese Grausamkeiten an dem Herzog. Es wird aller-dings behauptet, daß der König den Vorfall nur als willkommeneGelegenheit benutzt habe, um Glogan für seinen natürlichen Sohnzu erlangen.
Jedenfalls ließ er den Herzog aus dem ganzen Fürstcnthumvertreiben, das er nun wirklich seinem natürlichen Sohne übergab.Der mährische Baron von Haugwitz mußte mit seinen ungarischenleichten Reitern, den schwarzen Husaren, nicht nur die Vertreibungdes Herzogs Johann bewerkstelligen, sondern auch die märkischen undsächsischen Grenzen beunruhigen. König Mathias soll ihm das befohlenhaben, weil er entweder befürchtet, daß Herzog Johann bei diesenLändern Hilfe suche, oder weil er damals mit dem Kaiser noch imKriege war, und die Kurfürsten zu Sachsen und Brandenburg hätte zuHause beschästigen wollen, sodaß sie dem Kaiser gegen ihn nicht bei-stehen konnten. Die beiden Fürsten faßten es auch wohl so aus,wenigstens waren Beide gcnöthigt, gegen den schnellen Uebcrsallein Landesaufgebot zu veranstalten und dem Baron Haugwitz ent-gegenzutreten.