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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
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gen, flüssig geworben und in glücklicher Weise vertheilt, so wird stetsdie gesunde Entwicklung sich der demokratischen Richtung annähern.Zwischen beiden in der Mitte steht das constitutionelle Königthum.Seine allgemeinen äußeren Bedingungen wird man leicht auffinden,wenn man den Aehnlichkeiten und Verschiedenheiten nachforscht,welche etwa zwischen den deutschen und nordamcricanischeu Zustän-den vorhanden sind. Drang nach politischer Selbstständigkeit undThätigkeit ist hier wie dort, die feudalen Vermögeusznstäude sinddiesseit und jenseit des Meeres ausgetilgt, die religiösen Bestrebungender großen Mehrheit gehn bei uns in formeller Beziehung nachdem dort erreichten Ziele, Dort aber ist keine Rede von mächtigenNachbarn, gegen welche Kraft und Aufmerksamkeit der Nation un-aufhörlich gewappnet sein muß; es ist dort der Contrast von Reich-thum und Armuth ungleich geringer als irgendwo in Europa, undwo er sich zu bilden beginnt, bietet die ununterbrochen fortgehendeKolonisation des Westens die breitesten Abzüge; es ist endlich keineRede von der politischen Bequemlichkeit, von dem Abscheu vor derMühe und dem Geräusche einer populären Verfassung, in dem nochimmer ein guter Theil unserer Bevölkerung versunken ist. Tritt auchin Deutschland der letzte Umstand täglich mehr zurück, so werdendie beiden ersten bleiben, und voraussichtlich in der Zukunft sich nochsteigern. Eine starke und stätige Ccntralgewalt, zu deren Schöpfungsich die reine Demokratie immer noch unfähig gezeigt hat, ist hieralso für's Erste unentbehrlich. Die ständische Monarchie erscheintauch von dieser Seite als die naturgemäße Form des heutigenStaates in Europa,

Daß insbesondere für Preußen eine Menge äußerer Umständezusammentreffen, welche ein thätiges Interesse des Volkes an denöffentlichen Angelegenheiten wünschenswerth »lachen, bedarf keiner

') In dem Verlangen nämlich nach Freiheit von staatlichem Zwangein kirchlichen Dingen. Daneben steht der schärfste Contrast in Bezug aufden Inhalt des religiösen Lebens, In Deutschland bei der unermeßlichenMehrheit der Gebildeten tiefe Gleichgültigkeit gegen das Dogma unddurchgreifende Gleichheit der sittlichen Anschauungen l in Amerika die höchsteEmpfindlichkeit für die dogmatische Seite und die mannichfaltigste Un-bändigkeit auf dem sittlichen Gebiete, Man möge selbst entscheiden, wosich in dieser Beziehung der höhere Bildungsgrad zeigt.