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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
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freiere Stellung anzuweisen. Diese Bewegung ist an sich unabhän-gig von dem Gegensatze der Konfessionen nntcr einander; cS liegtaber in der Natur der Sache, daß sie verstärkt wird, wo derselbe inihre Bahnen eingreift. Hier ist der wichtigste innere Hebel gegeben,dessen Kraft der bisherigen Thätigkeit der Partei hat nützen müssen,es ist zugleich erklärt, warum sie ihre stärkste Stellung überall inLändern von confessioncll gemischter Bevölkerung gewonnen hat.Allerdings hängt auch hier das Recht der Partei mit ihrem tiefenUnrecht ans das Engste zusammen. Denn sie will die kirchlicheGemeinde vom Staate nicht cmancipiren, um der Gemeinde Freiheitund dem Staate reine Bähn zu machen, sondern um beide in denDienst ihrer Hierarchie zu nehmen, Auch hier also hütet sie sich,mit einer Zeitrichtung sich von Herzen zu idcntificiren, sie tritt inden Kampf der Gegensätze hinein, um ihn für sich zu benutzen. Woein katholischer Staat evangelischen Unterthanen gegenüber steht,sucht sie es der Regierung anschaulich zu machen, daß jede ultramon-tane Maaßregel gegen die Ketzer zuletzt auch den landesherrlichenRechten über aufsässige Unterthanen zu Hülse komme. Im umgekehr-ten Falle, oder auch bei einem Gegensatze katholischer Clerikcr gegeneine katholische Staatsgewalt, verschmelzen ihre Arbeiten für mittel-alterliche Kirchenherrschaft geradezu mit der natürlichen Oppositiondes Volkes gegen das Kirchenrcgimcnt, Während sie in jenemFalle mit der Stille der Intrigue und in diesem mit dem vollenGeräusche einer zcitbegünstigtcn Agitation arbeitet, entschuldigt siedie gleichzeitige Unterstützung zweier entgegengesetzter Principien mitdem Calcul, daß überhaupt außer ihr selbst kein berechtigtes Prin-cip eristirc, ein Grundsatz, der die Bedingung zu jeder Eroberungs-politik ist, der einst die alten Römer zur Weltherrschaft über dieBarbaren geführt, den das Mittclalter gegen alle Ungläubigen er-neuert hat, dessen Unsittlichkcit' aber unsre Zeit vom religiösen, wievom philosophischen Standpunkte überall behauptet, werde er nunaufgestellt, auf welcher Seite er wolle.

Neben der Hoheit der Kirche dieses Systems ist nun kein Raumfür eine weltliche Souverainität, Die beiden wesentlichen Merk-male derselben, Sclbstständigkeit nach Außen, Machtvollkommenheitim Innern, gehören nach Ursprung und Wesen der modernen Bil-dung an, und sind dem ultramontanen Standpunkte unberechtigt,ja sündhaft. Die scharfen Linien, welche jetzt die Grenzen der