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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
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I»

Kirche setzt, und arbeiten wir allenthalben für jene Freiheit deskirchlichen Lebens, welche die Staatsordnung und den Frieden nichtzerstört, sondern erhält." Bis hierhin ist gegen eine solche Aeuße-rung nicht das Mindeste zu sagen. Das Alles ist das einfacheRecht eines Jeden, sich nicht für jedes, also z. B. nicht für Poli-tik, sondern für etwas Anderes, z. B. die Kirche vorwiegend zuintcressircn. Es spricht ferner die besondere Tendenz ans, in wel-cher die wahre Stärke und momentane Berechtigung der Parteiberuht, wovon wir nachher ausführlich noch zu handeln haben.Aber man höre weiter.Glauben wir nicht, daß die Kirche mirmit der alten Monarchie, mit dem was man in Frankreich Legiti-miSmus nennt, stehn und fallen kann. Hüten wir nnS aber auchvor der Täuschung, daß der Nadicalismns, wenn wir seine Sacheunterstützen, zur Dankbarkeit nach erfochtenem Siege der Kirche dieFreiheit schenken werde. Machen wir also nicht die Bestrebungenfür dieses oder jenes politische System, für diese oder jene Staats-form zum Mittelpunkte unserer Betrachtungsweise, unserer Wirk-samkeit... sondern arbeiten wir für die Kirche."

Dies ist offenbar ein Schritt über den apostolischen Jndiffe-rcntiSmus hinaus. Sie wollen nicht bloß gleichgültig gegen ein-zelne politische Systeme sein, sondern sie gebrauchen sie nachaugenblicklicher Convenienz. Sie erklären sich bereit, ein zeitweiligesBündniß mit dem LcgitimiSmns hier und dem Radikalismus dortzu knüpfen. Nur warnen sie, dieS Bündniß nicht als ehrlichesEinverständniß zu behandeln. Sie finden, daß weder Legitimistennoch Nadicale es ehrlich mit der Kirche meinen und die Kirche nurzu andern Zwecken ausbeuten wollen. Zu derselben Ehrlichkeit for-dern sie ihre Kirche ans, dieselbe Kircke, die vermöge ihres göttli-chen Geistes die Weltherrschaft beanspruchen soll. ES kann nichtsdeutlicher sein, als daß hier die Kirche ihre Kraft nicht mehr ingänzlicher Ablösung von der Schlechtigkeit dieser Welt, sondern involler Vermischung mit derselben finden soll.

Die Handlungen der Partei stimmen damit übcrein. In völ-ligster Naivität stehen die grellsten Widersprüche neben einander.Sie, die politisch Indifferenten, lehren die Völker, daß nur bei ihnendie Freiheit, und die Monarchen, daß nur bei ihnen die Möglichkeitder Herrschaft zu finden sei. I» Frankreich stehen sie mit der Re-gierung schlecht und preisen die Demokratie als die einzig christlich

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