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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
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eben so wenig eine massenhafte Unterstützung in den Kammern, wiehier ans dem Landtage der Rhcinprovinz. Die Liberalen der linkenSeite, unaufhörlich als Revolutionäre verschrieen und oft durchRevolutionäre compromittirt, standen ohne Unterlaß im Kampfegegen jede? Ministerium, welches sie nicht selbst dem Könige auf-genöthigt hatten. Die rechte Seite prunkte einher in dem Titelder Ropalistcn und Conservativen, aber dem Throne und seinenBeamten gönnten sie die Macht so wenig, wie die eifrigsten Radi-kalen; ihr Ideal war die Erneuerung dcS Feudalsystems, der kirch-lichen und adlichen Herrschaft im Lande. Der Thron, unschlüssigzwischen beiden hin und her lavircnd, verlor zuletzt die Freundschaftbeider und brach zusammen, als er den Versuch machte, sich aufeigene Kraft zu stellen.

In Deutschland weiß man, in kleincrem Maaßstabe und ohnesolchen tragischen Ansgang, von gleichlautenden Dingen vielfachzu erzählen. In Würtembcrg und Baden schwankt die Regierungzwischen denselben Tendenzen unruhig, tastend und ohne eignePrincipien herüber und hinüber. Kaum daß irgendwo ein andererMaaßstab sichtbar wird, als der negative der Furcht. Man gehteine Strecke mit den Liberalen, um die Feudalen reicht zu starkheranwachsen zu lassen, allmälig wird man inne, daß der liberaleBundesgenosse die gouvcruemcntale Kraft zu absorbiren im Begriffesteht, und erschreckt wirft man sich den Ultramontancn in die Arme,bis hier dieselbe Erfahrung und dasselbe Abstoßen sich wiederholt.

Im Wesentlichen sind es nun gleiche Richtungen, gegen welchedie preußische Regierung am Rheine ihre Stellung zu nehmen hat.Von jenen beiden Oppositionen deS Landtags ist die eine konstitu-tionell-liberaler, die andere feudalistisch-nltramontaner Gesinnung.Die erstere hat der Zahl nach bis jetzt ein unbezwcifelteö Ucberge-wicht, etwa an 50 Stimmen; die letztere kann man auf etwasüber 20 Köpfe anschlagen, doch treffe» hier mehrere Umstände zu-sammen, um die Kraft dieser Minorität über das arithmetischeVerhältniß hinaus zu steigern und beide Theile in einzelnen Augen-blicken beinahe in das Gleichgewicht zu setzen.

Der Zweck der folgenden Blätter ist eS, einen Versuch zumacbcn, den politischen Werth der Ansichten zu bestimmen, welchesich auf beiden Seiten geltend gemacht haben. Denn es verstehtsieb, die bloße Thatsache, daß sich eine Partei für oder gegen