Zeugniß ab, daß dem kirchlichen und gottesdienstlichen Bedürfnißzu jeder Zeit Rechnung getragen worden ist. Wenn aber erwogenwird, daß in etwa fünfzig Jahren die ursprüngliche evangelischeGemeinde Essen in Stadt und Land von etwa 4000 Seelen ans über80 000 Seelen angewachsen ist und die Stadtgemcindc allein /mitHuttrop) im Jahre 1896 eine Seclenzahl von 42 500 umfaßt, so wirdman begreifen, daß es trotz der Vermehrung geistlicher Kräfte und derGottesdienste für eine ausreichende Entfaltung gottesdienstlichenLebens an Raum gebricht. Zur Zeit (d. h. vor Einweihung derKrenzeskirche) werden der Gemeinde geboten: in der Panlnskircheein Frühgottesdienst, ein Hanptgottesdienst mit voller Liturgie, einKindergottesdienst, und in dem Winterhalbjahr ein Abcndgottesdienst;in der Marktkirche ein Frühgottesdienst im Sommerhalbjahr, einHanptgottesdienst mit voller Liturgie, ein Jngendgottesdienst fürdie Konfirmanden und ein Nachmittagsgottesdienst. Dazu kommtder so weit als möglich der Gemeinde zugänglich gemachte Gottes-dienst in der schönen Kapelle der Huyssen's-Stiftnng und der in derAula der Realschule gehaltene Morgengottesdienst für die Fort-bildungsschüler. Außerdem besteht ein Mittwochs-Gottesdienst zuabendlicher Stunde in der Marktkirche, und es geht den häufigen Abend-mahlsfeicrn in der Regel Samstags ein Beichtgottesdienst voraus.
Ein erfreuliches Lebenszeichen sind die fast in allen Bezirkenan Wochentagen gehaltenen Bibel- und Gebetstnnden, die durchweg,und zwar hauptsächlich von der arbeitenden Bevölkerung, gut besuchtwerden. Der Andrang zu den sonntäglichen Gottesdiensten ist eingroßer, an allen kirchlichen Festen ein übergroßer, und der Besuchder Hanptgottesdienste ist auch in den festlosen Zeiten ans Raum-mangel Vielen schier unmöglich. Daraus erklärt es sich, daß trotzgefüllter Kirchen die gottcsdienstliche Betheiligung, in Prozenten aus-gedrückt, nicht besonders stark erscheint. Vom Kindergottesdienstabgesehen, dürfte die Zahl der sonntäglichen Kirchgänger durch-schnittlich etwa 6000 betragen, d. h. noch nicht 15 o/g der Gemeinde.Ein ungünstiges Bild gewähren die Zahlen der Kommunikanten,die einen nicht unbeträchtlichen relativen Rückgang aufweisen. ImJahre 1862 kamen ans 9500 Seelen 2922 Abendmahlsgäste, alsoetwa 30 o/g, im Jahre 1870 ans 18 000 Seelen 4544, also etwa25 0/^, im Jahre 1890 auf 31 859 Seelen 8062, also wieder25 o/g, im Jahre 1895 auf etwa 41 000 Seelen 8820, d. i. nochnicht 22 o/g. Diese Erscheinung und die Erwägung, daß vielenChristen und besonders den jungen Nenkonfirmirten eine stunden-