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Herwarthisches
Entstehung
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endigten die Fehde in ganz Mitteleuropa; brotlos geworden undunsicher in die Zukunft blickend, zogen die entlassenen Kriegs-völker der Heimath zu. Allerorten schien man kriegsmnde zusein, nirgends bedurfte man ihrer Arme. Da an der unterenDonau ging das Kriegswetter von neuem an; der Kaiser und dieTürken waren aneinander gerathen. Mit leichter Mühe brachteunter solchen Umständen der Herzog Eberhard Ludwig vonWürttemberg eine starke Truppe, mehrere Tausend Alaun, für denKaiser zusammen. Wie mit einem Schlage wuchs 1716 Regimentzu Fuß Alt Württembergs aus dem Baden und ging ans denKriegsschauplatz nach Ungarn ab.

An der Spitze standen die erprobten, wetterharten Kriegs-männer; eine Anzahl jüngerer Offiziere war dazugekommen.Die Schicksale der allermeisten kennen mir. Rur wenige der ur-sprünglich Eingestellten haben die Feldzügc in Ungarn und Sicilienüberlebt und sich später einen Ramen gemacht. Unter diesenGlücklichen lenkt vor allen ein zwanzigjähriger Fähnrich, derJunker Johann Friedich Herwarth von Bittenfeld, derauf dem Gymnasium in Hallft in die Schule gegangen, dann etlicheJahre Hofpage in Stuttgart gewesen war, unsere Aufmerksamkeitauf sich. Der Bater war schon seit vierzehn Jahren todt; dasFamiliengnt Bittenfeld mußte schon früher veräußert werden;in bescheidenen Verhältnissen lebte die Mutter; so schritt denn derJunker, voll Hoffnung, sein Glück machen zu können, an denWerbetisch.

Amn. 8 bei Harrsch. In den verschiedensten Diensten und zu denverschiedensten Zeiten hat es ein Regiment Alt-Württemberg gegeben. DerName erscheint natürlicherweise immer dann, wenn zu derselben Zeit in dem-selben Dienste mehrere Regimenter Württemberg sich befanden. Alt-Würt-temberg ward dann immer dasjenige genannt, das den älteren Herrn vonWürttemberg (z. B. den regierenden Herrn) zum Chef hatte, während Jung-Württemberg oder kurzweg Württemberg das Regiment hieß, dessen Chefein jüngerer Herr zu Württemberg war. In jeder oräre de Kamille aus jenerZeit ist das zu finden; so auch: Alt-Hannover, Jung-Hannover; Alt-Darmstadt,Jung-Darmstadt; Alt-Lothringen, Jung-Lothringen; Alt-Daun, Jung-Daun u. f. f.

2) Geschichte des preuß. Fllsilierregiments v. Lossow. Weißen-fels 1767. S. 84 und Festschrift des kgl. Gymnasiums zu SchwäbischHall 1888/89, S. 38, von Prof. vr. Kolb. Gleich Harrsch besuchte auchH. v. B. das Haller Gymnasium, das eine besondere Anziehungskrast ausgeübtzu haben scheint.