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Chronik der Familie Langewiesche
Entstehung
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lveit vor sich hinstellend, so war sie einhergegangen und immeram Brunnen hochwillkommen gewesen. Und wenn die „Beste"die Äbtissin im Stift besuchte, dann hat's diese sich zuweilenvon ihr ausgebeten gehabt, daß sie ihre drei Enkelinnen mit-bringe, Halb scheu, halb froh haben sich diese dann in demalten, kühlen Stiftgebäude befunden, darin jedes Wort undjeder Schritt gespenstisch wiederhallte. Die beiden Alten aberhaben sich in hochlehnigen Stühlen gegenüber gesessen, zwischensich den schönsten Kaffeetisch mit silbernem Geschirr, und habensich ausgetauscht in Kochrezepten, selbstcrlebten Kriegsgeschichtenund anderen Vertraulichkeiten, Der alte Fritz, den Beidegesehen hatten, seine Kriege und Siege waren ein Lieblings-thema in ihrer Unterhaltung, An einem Nebentischlein saßdann die Dienerin Annabill mit den Kleinen, und Leckeresgabs für sie genug. Und einmal dann hat die Äbtissin plötz-lich zu Annabill gesagt: „Kleine Kessel haben große Ohren;geh mit den Kindern in den Garten und schütt'le ihnen Nüsseund Pflaumen ab!" Es war aber mitten im Winter undringsum lag Schnee. Aber die Kinder gingen getrost an derHand Annabills ans dein Zimmer, Die machte sich draußenan einein Wandschrank mit ihrer Gürteltasche zu schaffen, unddann ging's durch den Schnee in den Garten unter den Pflau-mcnbaum. Die Alte hat mit der rechten Hand kräftig darangeschüttelt, getrocknete Pflaumen und Nüsse sind über dieKöpfe der Kinder herniedergcprasselt; sie haben sie in ihreSchürzchcn gesammelt und klug verschwiegen, daß sie es wohlgesehen, wie Annabills linke Hand immer wieder in die Gürtel-tasche hineinfuhr. Und ein andermal sind die drei kleinenMädchen miteinander im Stift, zu großer Kindervisite, gewesen.Da war Annabill angewiesen, ihnen alle Kostbarkeiteil zuzeigeil. Uralte Vasen mit vermoderten Blütenblättern, wunder-liche Kannen lind anderes Geräte, Bilder und Prcziosen hatdie Alte ihnen gezeigt. Zuletzt hat sie — gewiß unberufener