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stand es unl die Ferienreise» noch nicht wie heute. Kostendurften sie nichts, aber schon waren sie doch! Wir siebenMöllenkotter Mädchen wohnten ja kaum ein Viertelstündchenvom Brunnen entfernt; aber wichtig genug erschien uns dieseReise, wenn in der Ferienzeit ein dauerhafter Logicrbesuch undeine förmliche Badekur damit verbunden war. Wenn dannam Nachmittag unser Bater, nachdem er seinen Umritt beiden Arbcitsleuten gehalten, nach dem Brunnen kam, um dieHäupter seiner Lieben zu zählen — ha, dann sprangen wirihm entgegen, als hätten wir ihn seit Jahren nicht gesehen.Freilich den beiden Jüngsten, Dorchen und Anna, ist'sgeschehen, als sie zum erstenmal mit Puppen und Spielzeugim Kinderwagen nach dein Brunnen gefahren waren, daßsie, kaum im Bettchcn liegend, von heftigem Heimweh er-griffen wurden und ein wahres Zetergeschrei anstimmten.Nichts anderes war aus ihnen herauszubringen, als: „NachHaus, wir wollen nach Hans!" Und nichts blieb übrig,als sie mit ihrer ganzen Reisebagage wieder in den Kinder-wagen zu stecken, und Friedrich, Großmuttcrs Hausknecht,mußte die beideu „Peter in der Fremde" wieder in die Hei-mat fahren. — Unsere Barmer Vettern und Cousinendurften natürlich nicht fehlen, und ich muß sagen, sie habenunser Bemühen, etwas Leben an den Brunnen zu bringen,in durchaus ancrkcnnenswerther Weise unterstützt. AuchOnkel Arnold's Kinder, Johanne, Albert und Jul-ch en, die damals am Brunnen wohnten und in unsererGroßmutter Bredt auch ihre Großmutter sahen, haben tüchtigmitgeholfen.
Großmuttcrs Geburtstag, der 9. Mai, war für unsalle, Groß und Klein, ein Hauptfesttag, und allen Beteiligtenwird der Kindertrubel und -Jubel dieses Tages gewiß unver-geßlich geblieben sein. Und wenn zu Weihnachten bei unserenEltern die erste, bei Großmutter Langewicsche die zweite