50
Brüssel hatte er aus Neigung und besonderer Befähigung zutechnischen Arbeiten die Uhrniachcrknnst erlernt und betriebdieselbe daheim mit großer Vorliebe. Onkel Fritz war aberauch — eine seltene Ausnahme in der Familie Langewiesche— musikalisch gut veranlagt.
Allwöchentlich, an einem bestimmten Tage, kam er mitdreien seiner Freunde, einem Vetter Pcterscn, Jnnghans undZilgcr, zum Zweck des musicicrcns zusammen. So ist erdein, auch an einem solchen Tage, am 16. August 1819, amTage vor seinem 35. Geburtstage, früh nachmittags vonHanse fortgegangen, hat die Jagdflinte über die Schultergehängt und seinen treuen Hund als Begleiter mitgenommen.Denn er pflegte bei guten: Wetter den Umweg dnrchs Dorfund über das sogenannte „Ländchen" zu nehmen, welchesderzeit auch zum Gute gehörte. An das ,Ländchen', eineinidyllisch gelegenen, kleinen Gehöft, schloß sich fast unmittelbarder große Eichenwald, der sich weithin, bis zum Ehrenbcrgc,erstreckte. In dem Walde wurde durch verbotenes Laub-scharren der jungen Eichcnschonung viel Schaden gethan.Um solchem Frevel zu steuern, durchschritt der Onkel oft mitHund und Flinte den Wald und fand sich dann rechtzeitigin der Stadt zu dem Quartett bei den Freunden ein. Diehaben ihn an jenem Tage vergeblich erwartet. Daheim hates kaum befremdet, als am folgenden Morgen die Dicnstmagd,die mit dein ordnen seiner beiden Zimmer in der östlichenSeite des heute noch stehenden Nebenhauses beauftragtwar, meldete, Herr Fritz sei nicht nach Hause gekommen.Denn es ereignete sich öfter, daß der Onkel nach solchenMusikabcnden bei seinem Vetter Pcterscn verblieb, in dessenFamilie er wie zuHanse war.
An demselben Mittage saß die Großmutter mit ihrenKindern in der uns Allen gewiß noch gut erinnerlichen Eck-stnbc zu Tische. Unser Vater, der zu jener Zeit bei den