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des häuslichen Lebens, über Veredelung des öffentlichen Unterrichtslas er gern und sprach dann mit Sachkundigen darüber. Niemaßte er sich an, etwas zu wissen, was er nicht wußte; niegab er sich den Schein noch höherer Bildung, als die in seinenJugcndverhältnissen ihm hatte werden können. — Der Wan-derer kommt und geht, und ein ganzes durchwandertes Land istihm oft nur eine Brücke und er sieht es nicht wieder, und dieBilder blühender Landschaften und prächtiger Städte treten in'sferne Dunkel, aber das Wort, das er von Langcwiesche gehört,der Geist einer ganzen Gegend, der dein Fremden in diesemeinen Menschen offenbar zu werden schien, der begleitete ihnund verließ ihn nicht. Manches edle Wort, das Langewieschesprach, ist in die Ferne getragen, und wir wissen nicht, daß esFrüchte gebracht. Aber, wenn du einst in die Ferne ziehst,Jüngling, und in einem Thale der Alpen, in den Bergen vonSachsen sagst, du seist vom Wupper- oder Ennepe-Ufer, vielleichtfragt dann Mancher nach dem alten, braven Wirthe zu Möllen-kotten; und wenn du dann sagst, er ruhe, wie wir Alle zu ruhenwünschen, so wünscht der Ferne, daß Langewiesche im Himmelauch eine Wohnung habe, worin er Viele aufnehmen könne, diehier ausgepilgert und müde dort ankämen.
Nicht blos der Fremde fühlte bei ihm, das: „Sei uns derGastliche gewogen" sei erhört, gewiß auch die Menschen, die ihmnäher standen, genossen viel durch ihn. Wer, wie Langewiesche,in Demuth die Bildung empfängt, die höhere Geister geben, undsie mit Deutlichkeit und Stärke da wieder hinlegt, wo er aufihm untergeordnete Menschen trifft, der gehört zu den wichtigstenWerkzeugen der Mcnschenbildung. Mir sind Fälle bekannt, woweder Prediger noch Aerzte gewisse Vorurtheile besiegen konnten,Langewiesche besiegte sie bald. Wenn er mit Menschen über ihrGewerbe sprach, so mußte es wirken, denn sein immer wachsen-der Wohlstand bewies, er habe nicht in's Blinde hinein Neue-rungen gewollt.
Wie innig war seine Freude, wenn etwas Großes undHerrliches geschah, ob diesseits des Meeres oder jenseits — dasverminderte sein Gefühl nicht. Wie war er so ganz Weltbürger,wie schloß sich sein Geist so gern an jede edle Gestalt an, dieihm aus der Ferne zuwinkte! Wie wünschte und wie arbeiteteer, daß es besser werde in der Welt! Wenn ich künftig wiederden „Pächter Martin" lese, dann werde ich dessen gedenken, daßdu ihn jedes Jahr auf's neue lasest. Dann werde ich mich noch