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Die Besitzungen der zweiten bis fünften Linie sind inzwischen an dieerste Linie zurückgefallen, und zwar Bernburg ain 19. 8. 1863, weil mandamals annahm, daß diese Linie ausgestorben sei, die übrigen beim Aus-sterben der Linien: Plötzkau und Cöthcir am 23. 11. 1847, Zerbst am3. 3. 1793.
Die Nachkommen der ersten Linie sind nunmehr die Herzöge vonAnhalt-Dessau, Cöthen und Bcrnburg.
Wenden wir uns jetzt zur zweiten, d. h. der Bcrnburger Linie.
Hier kam 1656 der Fürst Victor Amadeus (Anlage VI Nr. 23),Enkel des Fürsten Christian 1., zur Regierung, welcher 1677 die adligenHöfe Hopnr w. von der Familie gleichen Namens, 1685 Bolleben und Zeitzvom Hause Dessau kaufte. Er führte durch den von Seiner Majestät demKaiser bestätigten Familien-Vertrag vom 13. 2. 1709 für seine beidenSöhne die Erstgcburts-Erbfolge ein und setzte zur Abfindung des jüngerenSohnes, Prinz Lebcrccht, (Anlage VI Nr. 24) bedeutende Ländereien undEinkünfte aus, welche er durch Testament vom 18. 1.1714 mit Codieillvom 13. 1. 1716 noch vermehrte. Zu diesen Ländereien gehörten dasAmt Homn, die Herrschaft Bolleben, Zeitz mit Ober- und Untergewichten,PatronatSrecht und allen Gerechtsamen eines Fürsten zu Anhalt, dieLandeshoheit ausgenommen.
Alle diese Besitzungen, welche neben anderen Fcudalien als Allodial-Grundstückc überwiesen waren, wurden zu einem Fideikommiß umgewandelt,in welches nur der Mannesstamm, und nach Abgang desselben in derjüngeren Linie, die ältere Linie folgen sollte.
Prinz Leberecht hatte sich schon am 12. 4. 1692 mit Charlotte,Prinzeß von Nassau, verhcirathct. Dieselbe stammte von dem NeichsgrafPeter Melandcr ab, der sich im 30jährigen Kriege vom Baucrnsohn zumFeldmarschall und Gemahl einer Prinzeß von Nassau heraufschwang. Siebrachte dem Prinzen die reichsunmittclbaren Herrschaften Holzappel undSchaumburg, letztere mit dein Bergschloß gleichen Namens an der Lahnein. Jenes herrliche Schloß, das stolz und erhaben mit seinem Blick indie weiten Lande, Wälder und Felder, Berge und Schluchten dasteht. EinBlick wie man ihn von alten Ritterburgen häufig, von bewohnten Schlössernwohl nur selten hat.
Durch diese Erbschaft war Prinz Lebcrccht Reichsfürst geworden, alswelcher er fortan den Namen Fürst zu Anhalt-Bernburg, Hopm undSchaumburg führte.