Druckschrift 
Unsere Hauschronik : Geschichte der Familie Hase in vier Jahrhunderten
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

geheilt, lebensfroher und rüstiger zurück und der Glaube au die wohlthätige Kraft einerReise hatte sich durch diese Erfahrung so entschieden bei ihm festgesetzt, daß er seitdem,zu einer Zeit als dies sonst noch nicht Mode war, wenn möglich jährlich größere oderkleinere Ausflüge machte. Die liebsten Erinnerungen ließ ihm, nächst Nizza, eine Reisenach Holland und den Niederlanden, in Gesellschaft des Hof- und Znstizraths Or. putschtezu Dresden, so wie seine Reisen nach Tirol, Salzburg, Wien, Hainburg, Berlin, auf denHarz u. a. m. zurück. Dabei war es ein Zeichen für seinen liebenswürdigen Umgang,daß er zu diesen entfernteren Ausflügen, trotz seiner Schwerhörigkeit, stets Reisegenossenfand, welche ihm nach der Reise liebe Freunde und Bekannte blieben.

Die Umgestaltung der staatlichen Verhältnisse im Zahre t850 änderte auch seineamtliche Stellung. Er wurde t8Zl als Rath in das Landes-Zustiz-Kollegium sowie in dasKonsistorium berufen, wodurch er sich genöthigt sah, seine advokatorische Praxis undseine Gerichtsbestallungen auszugeben.

Zunehmende Kränklichkeit, auch der Verlust lieber Freunde, verstimmten ihn mit denZahren, zumal er seine Kränklichkeit durch eine Diät, die er sich selbst vorschrieb, glaubtebekämpfen zu müssen. Er entzog sich dem Umgang, immer mehr sich einspinnend inden Zirkel seiner Berufsthätigkeit. Noch einmal hoffte er durch eine große Reise seinerGesundheit aufzuhelfen; erst dachte er an Paris, dann an Wien und Preßburg. Amt2. Zuli t8SH verließ er Altenburg. Von der eigenen Krankheit bedrängt, von derKrankheit eines Bruders zu den lebhaftesten Besorgnissen erregt, kam er nach Dresden,und der Eindruck, den seine Erscheinung dort machte, konnte nur beängstigend sein. Aberer gewann wieder Much, heiter klangen seine Briefe aus Prag; doch schon in Wienverschlimmerte sich sein Zustand, leichtere Schlaganfälle in München und Lündshutbereiteten das Ende vor, das er nun selbst nahe fühlte. Von Hof aus bat er seinenArzt um einen Besuch in Gera. Mit dem Bruder des Kranken eilte Mediz.-Rath Or.Winkler dorthin und fand ihn in einem Zustande, der keine Hoffnung zuließ, von ihnenumgeben und gepflegt starb er, nahe der Heimat, die er nicht mehr erreichen konnte,zu Gera am 8. August. Am Morgen des to. August wurde er auf dem Kirchhof daselbstbestattet.

Der ^andes-Regierungs-Vice-präsident von Seckendorf sprach an seinem Grabe:

„Dank Dir, Du Edler, für Dein ebenso redliches als thätiges, ebenso geistvolles alsfruchtbringendes Wirken für Fürst und Vaterland I Beide bleiben Dir dauernd dafürverpflichtet, beide werden Dich schmerzlich vermissend"