Druckschrift 
[1] (1890)
Entstehung
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Im Januar 1842 feierte mein Vater sein 25jährigcs Direktor-jubilänm, das ihm von allen Seiten Beweise der Anerkennung eintrug,unter denen ihm der Rothe Adlerorden Seitens seines Königs, einprachtvoller silberner Briefbeschwerer von seinem Richterkollegiuni undein schöner silberner Pokal von dem Magistrat, Namens der Stadtüberreicht, die theuersten Andenken waren.

Ferner brachte an angenehmen Ereignissen dasselbe Jahr noch dieVerlobung meiner dritten Schwester mit dem Rektor und PredigerFabricins und das nächste Jahr ihre Verheirathung, und hiermithatte das Schicksal für meinen Vater, für uns Alle, seinen Vorrathan Glück, wie man es im Leben nennt, erschöpft.

Nun beginnen die Tage der Trübsal und des Kummers! Meineinziger Bruder erkrankte in Folge einer Erkältung beim Baden, undein Nervcnficbcr der bösesten Art raffte in einigen Tagen das Lebendes 18jährigen blühenden Jünglings dahin. Ein furchtbarer Schlagfür meinen unglücklichen Vater! Zum ersten Mal in meinem Leben sahich ihn, den entseelten Sohn in seinen Armen haltend, weinen, Thräncnweinen, wie sie ein Mann wohl nie so heiß vergoß, der mit seinenHoffnungen auch seinen Namen begrub. Mannhaft trug er danndiesen größten Schmerz seines Lebens ganz überwunden hat erihn nie! Die sonnige Heiterkeit, die sein und unser Leben verschönte,war von ihm gewichen; vom geselligen Verkehr sich zurückziehend, lebteer fortan nur noch seinem Berufe, seiner Familie, die Pflege derBlumen schon damals meiner Mutter überlassend.

Ein neues Gerichtsverfahren, welches zu dieser Zeit eingeführtwurde, lenkte ihn zwar von seinem Kummer ab; doch das Studium,zu dem er sich mit allen älteren Juristen verstehen mußte, verlangteeinen bedeutenden Aufwand geistiger Kräfte.

Anwandlungen von Abspannung, die sich fühlbar machten, unter-drückte er mit festem Willen. Sein ihm befreundeter Arzt ricth ihmzur Pcnsionirnng, welchen Rath er entschieden zurückwies. Ilm dieseZeit war es auch, als mein Schwager Fabricins in Folge geistigerUeberanstrengung erkrankte und meine Schwester, rath- und beistaudslos,mit ihrem todtkranken Manu und einem halbjährigen Töchterchen ins