Vorwort.
Mchou als junger Offizier hatte ich eine besondere Neigung,den Ursprung, die Folge und die Verwandtschaft unseres Geschlechtesfestzustellen.
Diese Neigung blieb aber in Folge meiner dienstlichen Stellunglange unerfüllt.
Vor etwa 20 Jahren indcß begann ich Quellen, die auf unsereFamilie Bezug hatten, zu sammeln, jedoch erst bei Eintritt meiner Dis-positionsstcllung ging ich an die Erfüllung meiner Lieblingsidee.
Man erwarte aber nicht, eine gelehrte Abhandlung in diesenBlättern zu finden, vielmehr war des Verfassers Streben darauf ge-richtet, nur eine schlichte, aber möglichst getreue Znsammenstellung derüberlieferten Vorgänge und Ereignisse in seiner Familie dem Leservor Augen zu führen.
Es ist mir nicht vergönnt, unser Geschlecht etwa auf die Heldendes trojanischen Krieges oder auf die Zeiten Carls des Großen zu-rückzuführen.
Allerdings hat es Forscher von Gencalogieen gegeben, die be-müht gewesen sind, den Ursprung und die Fortpflanzung adeliger Ge-schlechter, womöglich aus vorchristlicher Zeit herzuleiten, wobei mancheFabel mit unterlief, wie man z. B. die v. Flemming von denrömischen Flaminicrn, die v. Wcdell von den Vetellcru und diev. Corvi» von Valerius Corvus 850 v. Chr., dem in Rom eineBildsäule mit einem Raben") darauf gesetzt wurde, und dergleichenmehr, ableitete.
") Marcus Valerius, einer der größten römischen KriegShelden, erhielt denBeinamen Corvus, d. i. der Rade, weil, als er 34S im Kriege gegen die Galliergegen einen riesigen Feind den Zweikampf übernahm, sich ein Rabe auf jenesHelm gesetzt und, indem er ihn durch Flügelschlägen und Hacken verwirrte, demRömer zum Sieg verhelfen hatte. Auch die Corvin führten in ihrem Wappeneinen Raben.