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Er führte sowohl in seinen Landen, wie auch in den Be-sitzungen seines Mündels Einich XI. die Reformation ein 1 )und zwar, wenn auch mit allem Eifer, doch eben so, wie seinBruder, ohne seinen Unterthanen irgendwie Zwang anzuthunfUnd dessen hätte es auch nicht bedurft; denn der Eifer dieserletzteren, sich von dem geistlichen Drucke zu befreien, warso gross, dass schon im Jahre 1574 sämmtliche leiningenschePfarreien evangelische Prediger hatten und diese Confession inallen leiningenschen Gcbietstheilen die herrschende wurde.
Bei der Beilegung erneuter Uneinigkeiten 18. Januar 1587durch Graf Sebastian von Palkenstein u. A. wies Emich X.seinen Neffen in den Mitbesitz der Grafschaft Dagsburg mitallen Zubehörden, Gefällen und Geschützen ein; es wurde aberfestgesetzt, dass der beschworene Burgfriede zu Dagsburg vonHerren und ihren Dienern streng beobachtet werden müsse;ferner sollte von Aspermont das wieder Erworbene und nochzu Erwerbende gemeinschaftlich besessen werden. Die Be-strebungen Emichs X., in Dürkheim, wo ihm nur der Blickenhofgehörte, eine eigene Hofhaltung einzurichten, fanden Wider-stand bei Emich XL, dem Dürkheim zum Loose gefallen war;bei der 1600 durch die Grafen Ernst von Mansfeld und Frobe-nius von Helfenstein erzielten Einigung wurde festgesetzt, dassdie angefangene Hofhaltung nach 4 Jahren an einen andernOrt verlegt werden solle.
Interessant, namentlich in Bezug auf die Garderohe einesdamaligen hohen Herrn, ist ein Befehl Graf Emichs X., dermit dem Kurfürsten von Trier in 14 Tagen auf den Reichstagnach Regensburg musste, an seinen Amtmann zu Hardenburg,was er ihm zu der bevorstehenden Reise liefern solle. Er
') „er hat neben anderen Chur-, "Fürsten und Ständen unser christlichesConcordienbuch h elften unterschreiben und bestätigen." (Deutschord. ArchivWien, 1267, No. 39).