Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
309
Einzelbild herunterladen
 

— 809 -

Boxberg und Mosbach und die Abteien Amorbach und Ger-lachsheim, ferner statt der bisherigen Curiatstimme imWetterauischen Grafencollegium: eine Virilstimme im Reichs-fiirstenratli. Grünsfeld und Gerlachsheim wurden behufs Ab-lösung einer Rente von 32000 Fl. alsbald wieder an Salm-Reifferscheidt abgetreten.

Nach der Besitzergreifung nahm der Fürst folgendenTitel an: „Reichsfürst zu Leiningen, Pfalzgraf zu Mosbach,Graf zu Düren, Herr zu Miltenberg, Amorbach, Bischofsheim,Boxberg, Schüpf und Lauda."

So war der fürstlich Leiningensche Besitz, wenn auch aufanderem Grund und Boden, wieder aufgerichtet und bestandals souveränes Fürstenthum des Deutschen Reiches bis zumJahre 1806. In diese Zeit fällt auch die vom Fürsten ange-ordnete Prägung von Silbermünzen (Groschen, Kreuzer undPfennige), die er weniger wegen des Bedürfnisses, als vielmehrum sein ihm zustehendes Hoheitsrecht* das Münzrecht, auszu-üben, schlagen liess.

Mit dem traurigen Ende des alten Deutschen Reicheswurde auch das Fürstenthum Leiningen am 12. Juli 1806 me-diatisirt, und der Souveränität des, Grossherzogs von Badenstandesherrlich untergeordnet; die Verhältnisse in Baden wurdendurch eine Verordnung vom 22. Mai 1833 bestimmt 1 ). 1810kamen die Aemter Miltenberg und Amorbach unter kgl. bay-rische Souveränität; ein Theil der Besitzungen, 3 Dörfer u. s. w.liegen auch unter grosshzgl. hessischer Oberhoheit.

Damals umfasste das Fürstenthum in 12 Aemtern 2 )25 'Quadratmeilen, 90000 (nach einer im fürstlichen Archiv zuAmorbach befindlichen Bevölkerungstabelle: 81658) Einwohner,15 Städte, 9 Marktflecken und 172 Dörfer, von denen 5V 8 DM.

ij S. Brockhaus Conversations-Lexicon. 7. Auflage.3 ) Gothaer Hofkalender 1836, H S. 146.