Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
304
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von 1774 bis Ende 1787 davon gefallenen Nutzungen an dieGrafen Wilhelm Carl und Wenzel Joseph von der Falken-burger Linie heraus.

Einen kleinen Zuwachs erhielten seine Besitzungen durchdie testamentarische Verfügung der Freifrau Elisabeth vonBetschardt (geb. von Schenk-Castell); diese erhielt 1790 dieAnwartschaft auf Luzmannstein, vermählte sich 1797 mit demObersten Grafen von Chamisso, und nach dem kinderlosenAbleben des Letzteren im Jahre 1798 fiel die Besitzung anFürst Carl Friedrich Wilhelm 1 ).

Wenig bekannt dürfte sein, dass der berüchtigte Dr. K.Fr. Bahrdt — der „Mann mit der eisernen Stirne", oder der„weltbekannte theologische Wildfang" vom Fürsten, damalsnoch Grafen, Carl Friedrich Wilhelm als Generalsuperintendentin's Leininger Land berufen worden war, ein Missgriff, dersich jedoch dadurch erklärt, dass Karl Friedrich Wilhelmselbst getäuscht worden istk

Der Leiningensche Hofrath Rühl a ) beabsichtigte, in demdamals leeren Leiningenschen Schlosse Heidesheim eine Schul-anstalt, ein akademisches Gymnasium oder dergleichen anzu-legen, und wurde ihm genannter Dr. Bahrdt empfohlen, woraufRiihl dem Grafen die Gelehrsamkeit und die Kanzelgabendes Doktors, dessen offenes freies Wesen und seine grossenVerdienste um das Marschlinzer (in Graubündten) Philan-thropin pries. Nachdem Bahrdt einen Plan für ein in Heides-heim zu errichtendes Philanthropin vorgelegt hatte, wurde er1776 nach Dürkheim berufen 3 ) und wirkte hier nuh als Gene-ralsuperintendent und Leiter des Heidesheimer Philanthropins

') Hefnors Handschriftliche Sammlungen X. 255.

-) Derselbe, der 1789 eine Leiningensche Geschichte „Rechorches historiquesot genealogiques Sur la maison de Linango" zu Strassburg i E. herausgab.

*) Beiträge und Berichtigungen zu H. Dr. IL Fr. Bahrdt's Lebensbe-schreibung in Briefen eines Pfälzers (Lauchhardt) 1791. Seite S9. ff.