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eines „zur Veredlung des Menschengeschlechtes" auf Basedow-schen pädagogischen Grundsätzen errichteten Erziehungsanstaltfür Jünglinge. Die Einweihung dieses Philantropins geschahim Mai 1777, und sind dabei unter Zusammenlauf einer riesi-gen Menge von Menschen die gröbsten Ausschreitungen vor-gekommen 1 ). Die Anstalt artete dann allmälig in Folge dersittlichen Verkommenkeit ihres Leiters, des Dr. Bahrdt, zu„einer wüsten Gastwirthschaft oder noch schlimmem' 1 )" aus undging, nachdem Bahrdt auf Antrag des Grafen 1778 vom Reichs-holrath zur Verwaltung eines geistlichen Amtes für unfähigerklärt worden war, im Mai 1779 ein. Bahrdt war sonst eingeistreicher Mensch, aber durch und durch leichtfertig, undstarb 1792 zu Halle als Gastwirtli 3 ).
Das nach dieser traurigen 2jährigen Episode von allemanhaftenden Schmutz gesäuberte Heidesheimer Schloss kam1787 zufolge des oben erwähnten Vertrags an Graf Josephvon Leiningen-Falkenburg.
Das alte Stammschloss, die Hartenburg, war wegen derVerlegung der Residenz nach Dürkheim nunmehr wenig-bewohnt; einige Pächter und das Archiv waren darin unter-gebracht 4 ). Aus Achtung gegen dies altgeschichtliche Denkmalseiner Altvordern liess Fürst Karl Friedr. Wilhelm die Burg1780 wieder restauriren und ganz bewohnbar herstellen,u. A. auch den Rittersaal wieder herrichten; er selbst wohntewiederholt auf der Burg und empfing sogar daselbst am10. August 1793 den Besuch des Königs Friedrich Wilhelm IL
') Siehe genaue Beschreibung in vorgenannten „Beiträgen und. Berichti-ungen — eines Pfälzers 1 ' (Lauckhardt) 1791. S. 124 u. ff. — Am Schlüsse derBeschreibung heisst es: „So -wurde das Philanthropie etc. zum Dienst der mäch-tigen Gottheiten, des Bacchus und der Venus, konsecrirt."
2 ) Pfalz. Memorabile, Westheim 1873. S. 174.
3 ) Gümbel; Gesch. der prot. Kirche der Pfalz. S. 572.
4 ) Lehmann, Dürkh. Thal. S. 260.
Brinckmeier, Leiningen. ^0