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ningensche Dörfer wurden vernichtet, die Erbbegräbnisseaufgerissen, um nach erhofften Schätzen zu wühlen, die Ge-beine der Verstorbenen umhergestreut, und selbst die Zinn-Särge und Glocken als Beute mitgenommen.
Durch alle diese Ereignisse waren das Grafenhaus unddie Bevölkerung in so tiefe Noth gerathen, dass Alles versuchtwerden musste, um nur einstweilen durchzukommen. Diewenigen noch vorhandenen Unterthanen wohnten in Wäldernund Erdlöchern, während die gräflichen Familien sich auswärtsein Obdach suchen mussten. Mässig angeschlagen schätzteman, nach der vor dem Abschluss des Friedens eingereichten„Aestiniation" und Entschädigungs-Forderung, den nur in denbeiden Leiningenschen Grafschaften angerichteten Schadenauf die für den damaligen Geldwerth ganz ungeheure Summevon 900000 Gulden, und da im Eyswicker Frieden keine Ent-schädigung für die Leininger ausgesetzt war, so mussten sie,als Lohn für ihre treue Anhänglichkeitfan Kaiser und Reich,den Schaden allein zu verschmerzen suchen.
Aus dieser traurigen Zeit ist nachstehende Episode über-liefert: Einige wenige Leiningensche Unterthanen, welche derKrieg verschont hatte, suchten einst in ihrem Elend den GrafenFriedrich Emich auf der Hartenburg auf, um ihn um Unter-stützung anzuflehen. Der in Schicksalen ergraute Graf hatteschon viel Herbes erlebt, aber der Anblick dieser verelendetenMenschen und die traurige Gewissheit, nicht helfen zu können,erschütterten ihn tief. Eben als diese Leute nach der Burgkamen, hatte man einen Stier geschlachtet und demselben dieHaut abgestreift. Da baten die dem Hungertode Nahen nurum diese Haut, um ihr Leben fristen zu können, worauf ihnenGraf Friedrich Emich den ganzen Stier preisgab und lieberselbst darben wollte 1 ).! Von Graf Friedrich Emich ist noch
] ) J. G. Lehmann, das Dürkheimer Thal (Heidelberg 1834), pag. 259.
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