Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
287
Einzelbild herunterladen
 

— 287 —

nachstehender Vorfall bekannt, der ihn als trefflichen Schützenkennzeichnet, es heisst von ihm 1 ): „Es käme auch im vorigen,französischen Krieg (1688—97) dem altern H. Gräften (FriecLr,;Emich) von Leiningen-Harttenburg sein Perspektiv sehr wohlzu statten, als eine französische Partie sich an sein Residentz-schloss Härtenburg machte und die armen Leute, so ihreSachen dahin geflüchtet hatten, in die grösste Angst undWehmutli setztet Denn als dieser generöse Herr aus demFenster des Schlosses wahrnähme, dass der Offcirer, so diePartie führte, immer von einem Baum zum andern, Sprungum alle Avenüen zu recognosciren, schlüge er seine Pirschbüchsean, legte ein Perspectiv darauf und als er den Partisan rechtgefasset hatte, liesse er das Perspektiv sinken, druckte los undtraft denselben, dass er alle Viere streckte, die Soldaten den-selben in einen Mantel wickelten und in aller Eyl sich davonmachten, worauf er in der Kirche, worin sich die Leute reti-rirt hatten, so balden das Te deum laudamus singen liesse." 2

Von Graf Friedrich Emich sind mehrere interessante Kr geerhalten, so u. A. 2 im Besitze des Grafen Karl Emich zuLeiningen-Westerburg: Der Eine rund, dickbauchig, gross, mitengem Hals, der andere viereckig mit Schraubdeckel, beidevon graublauem Steingut. Auf dem ersteren ist das ganzeWappen mit Legende von 2 Löwen als Schildhalter gehalten,auf dem Letzteren nur das ganze Wappen mit Legende zusehen; diese lautet: „Friderich. Emich. Graf. zv. Leiningen, vnd.Taxburg. Herr. zv. Appirmont. 1676." Welche Bewandtniss es

mit diesen von ein und demselben Jahre stammenden Krügen

' # /.

hat, ist nicht nachzuweisen, vielleicht wurden sie 1676 alsAndenken bei der Hochzeit von Friedrich Emichs Sohn:Emich XIII — 24. Februar 1676 — an Hochzeitsgäste vertheilt.—

') Mittheil, des bist. Vereins d. Pfalz Heft XIV. S. 93.